19. Februar 2013

Melodien: Friska Viljor

Ein Abend mit Friska Viljor

Die Musik ist laut, das Bier fließt in Massen und es wird getanzt – wild, heftig, als gäbe es kein Morgen. Das Konzert von Friska Viljor im Substage ist wie eine bunte Party. Nicht nur für die Zuschauer, vor allem für Sänger Joakim. Er erinnert zwar stark an einen schiffsbrüchigen Matrosen, der die vergangenen Monate mit viel Rotwein verbrachte (seine Haare sind verfilzt, der Bart struppig und die Aussprache ein wenig verwaschen). Macht aber nix: Die Show läuft bestens, der Unterhaltungsfaktor ist hoch. Und die Songs sitzen trotz des Alkoholpegels.

Turbulente Kommunikation

Es sind vor allem die älteren Lieder wie „Useless“, „Oh Oh“ oder „Arpeggio“, die vom Publikum gefeiert werden. Zeile für Zeile wird mitgegröhlt, bis zur bitteren Heiserkeit. Bei neueren Werken wie „Did You Ever“ oder „Boom Boom Boom“ ist dagegen Schunkelstimmung angesagt. Aber egal ob langsam, schnell, mit Trompete oder Mandoline: Friskar Viljor lassen keine Langweile aufkommen. Dazu sind Joakim und Daniel und ihre drei Musiker auf der Bühne einfach zu skurril. Beobachten genügt. Der Keyboarder grinst breit ohne Unterbrechung – tatsächlich 90 Minuten am Stück. Daniel trinkt seinen Rotwein und die Konversation mit Joakim rund um das Lied „The F“ führt völlig ins Leere. Macht aber auch nichts. Schwedische Indie-Rocker sollen nicht reden, sondern musizieren.

Es ist vor allem die letzte halbe Stunde, die überzeugt. Es werden alte Hits wie „On And On“ und „Shotgun Sister“ gespielt. Das Publikum ist außer Rand und Band. Schade, dass es ein Montagabend ist und der Wecker am nächsten Morgen klingelt. Ansonsten dürfte die Party mit Friska Viljor noch sehr gerne bis in die frühen Morgenstunden gehen.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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