27. April 2013

Melodien: „Ein Kaffee mit Astra van Nelle“

373955_240513002680990_1724239006_n

Bei Kaffee und Kippen

Das Haar ist leicht zerzaust, der Blick ein wenig müde, ein Lächeln huscht ihm aber übers Gesicht. Astra van Nelle ist glücklich. Am Vorabend ging in Mannheim seine erste Tour zu Ende. „Es ist super gelaufen“, erzählt er an diesem verregneten Samstagnachmittag in einem Café in Heidelberg. Zehn Auftritte in ganz Deutschland standen auf seinem Plan. Von Lübeck bis nach Stuttgart ging die Reise. Über Hamburg und Berlin. „Der Titel der Tour ,Konzerte und Kater‘ war sehr passend“, sagt der 21-Jährige und lacht. In Hamburg stand er bei einer Veranstaltung vor knapp 700 Leuten auf der Bühne. „Das war bislang mein größter Auftritt.“ Eine großartige Erfahrung, meint er und dreht sich eine Kippe.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=YKfG6XYisjc

Nietengürtel und klobige Stiefel

Akustischer Punkrock, mal laut, mal leise: Seit rund zwei Jahren ist der Heidelberger als Singer/Songwriter unterwegs. Auf der Bühne steht Astra van Nelle meist mit seiner Gitarre, mit Nietengürtel und seinen klobigen Stiefeln, versehen mit Klebeband. Zahlreiche Songslams in ganz Deutschland gewann er im vergangenen Jahr, in Stuttgart, Heidelberg und Frankfurt. Auch in Karlsruhe war er bereits drei Mal dabei und begeisterte das Publikum.

Astra van Nelles Musik ist facettenreich: Er singt von „Koks und Nutten“, „Frauen“ und „Straßenbahnen“. Von allem, was ihn im Leben bewegt. Wichtig ist dem Heidelberger dabei das „Aufrichtig sein“, mit „Klischees“ spielt er. „Der Graben“, ein Gedicht von Kurt Tucholsky, vertonte er. Eine Ballade voller Gefühl, gegen den Krieg.

Textzeilen auf Kontoauszügen

Sein Herz aber hängt besonders an dem Song „War das alles umsonst“.  „Jede Zeile ist echt“, erzählt er. Als er gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr nach dem Abitur machte, zerbrach seine Beziehung. „Eines Abends saß ich in der Straßenbahn, einzelne Textfragmente schossen mir durch den Kopf“, erinnert sich der 21-Jährige. Zu schreiben hatte er nichts dabei – nur einen Marker in der Hosentasche und Kontoauszüge. Damit half er sich aus, rannte dann von der Haltestelle nach Hause, schrieb den Song zu Ende, nahm ihn auf.

Bereits seit er 15 Jahre alt ist, komponiert Astra van Nelle seine eigenen Lieder. Mit seiner Schwester spielte er damals in der Punkrock-Band „Tuuletin“. Auf dem Dachboden ihres Elternhauses probten sie. Sehr zum Leidwesen der älteren Dame, die mit im Haus wohnte. „Die Band zerbrach nach einer Weile.“ Weitere Formationen folgten, dann Anfang 2011 der Entschluss, es alleine zu versuchen. Der Name „Astra van Nelle“ entstand in einer feierwütigen Nacht. „Er ist eine Kombination aus Kippen und Alkohol“, erklärt er.

Eigentlich heißt der 21-Jährige Jannis. Und studiert an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. „Ernsthaft“, betont er. Er ist im vierten Semester, das Unterrichten macht ihm Spaß.  „Ich brauche eine Sicherheit, falls es mit der Musikkarriere nichts wird“, meint er. Deshalb legte er die Tour auch in die Semesterferien – bevor nun wieder der Lern-Stress losgeht.

Wo es hin gehen soll? „Ich möchte authentisch bleiben, meine Songs vor Leuten spielen“, sagt er. Eine EP hat er ins Auge gefasst und eine Tour im Ausland. „Ich freue mich auf alles, was noch kommt“, sagt er und fährt sich durch das zerzauste Haar.

Weitere Infos: www.astravannelle.de

3 thoughts on “Melodien: „Ein Kaffee mit Astra van Nelle“

  1. Jette sagt:

    Einfach mal die Musik beim Lesen gehört…gefällt mir sehr :)

  2. Miriam sagt:

    ja, gell! vor allem „war das alles umsonst“ könnte ich pausenlos hören :)

  3. Leidy sagt:

    Wonderful exoaanltipn of facts available here.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@mademoiselle_miriam