24. Juli 2013

Flimmerkasten: „The Company You Keep – Die Akte Grant“

„The Ides Of March“, der „Baader-Meinhof-Komplex” oder auch „Das Leben der Anderen” – ich mag Politthriller sehr gerne. „Argo“ steht seit langem auf meiner DVD-Wunschliste. Nun wurde ich mit „The Company You Keep – Die Akte Grant“ konfrontiert. Regisseur und Hauptdarsteller zugleich ist Robert Redford. An seiner Seite stehen zahlreiche bekannte Hollywood-Schauspieler wie Susan Sarandon oder Shia LaBeouf. Herausgekommen ist ein Film, der spannend beginnt, leider nach 30 Minuten ziemlich nachlässt und am Ende nur noch emotionsüberladenes Popcorn-Kino ist. Sehr schade.

Es ist eine Verhaftung, die ganz am Anfang des Films steht. Sharon Solarz (Susan Sarandon) tankt gerade, als die großen FBI-Wagen anrollen. Sie wirkt wenig überrascht. Als der Vietman-Krieg wütete, gehörte Sharon Solarz der linksradikalen Organisation „The Weather Underground“-an. Jahrzehntelang lebte sie unter einer falschen Identität, nun mag sie so nicht mehr weitermachen, die Polizei kommt nicht zufällig.

Der junge Journalist Ben Shepard (Shia LaBeouf) stößt auf den Fall und beginnt zu recherchieren. Schnell findet er heraus, dass der bekannte Anwalt Jim Grant (Robert Redford) ebenfalls Teil der Organisation und in einen Bankraub mit Mord verwickelt war. Grants Identität wird öffentlich, er muss fliehen, eine Verfolgungsjagd beginnt….

Die Geschichte ist eigentlich ganz nett und interessant. Es gibt viele Parallelen zur RAF und zur Diskussion um Schuld und Sühne. Doch Robert Redford übertreibt. Allein dass er als 76-Jähriger den vitalen und alleinerziehenden Vater einer Tochter spielt, die noch nicht mal in der Pubertät ist – völlig unglaubwürdig. Das Alter ist ihm einfach anzusehen, er könnte mühelos der Opa sein.

Auch die Sprünge in der Handlung sind teilweise zu schnell. Vieles bleibt an der Oberfläche, als solle das Publikum nicht überfordert werden. Nur: Es gibt doch schon so viele triviale Katz-und-Maus-Verfolgungsfilme, warum nicht die Sichtweise der damaligen Untergrundbewegung näher darstellen. So wird viel zu sehr der Schwerpunkt auf die Flucht und den Witwer Grant gelegt, der vor allem Gewissensbisse wegen seiner kleinen Tochter hat.

„The Company You Keep“ ist keineswegs ein völlig missratener Film. Allein das Gespräch zwischen Sharon Solarz und dem Journalisten Ben Shepard, der sie im Gefängnis besucht, ist sehr interessant und zeigt, wie die Sichtweise einer Terroristin 30 Jahre nach der Tat ist. Ich finde es einfach nur schrecklich unnötig, dass der Film irgendwann so kitschig und vorhersehbar wird. Für einen unverfänglichen und kurzweiligen Kino- oder DVD-Abend taugt der Film aber allemal.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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