8. August 2013

Flimmerkasten: „42“

Mit Baseball hatte ich bislang wenig Berührungspunkte. Wie die Regeln sind, wer wann gewinnt? Keine Ahnung. Auch kannte ich bis vor wenigen Tagen keinen einzigen Baseballsportler mit Namen. Das hat sich durch den Film „42“ nun geändert. Das Werk von Brian Helgeland handelt von dem ersten afroamerikanischen Spieler in der obersten Baseballliga der USA: von Jackie Robinson. Der sehr mitreißende Film führt schonungslos vor Augen, mit wie viel Ablehnung und Provokationen der junge Sportler im Jahr 1947 zu kämpfen hatte – aber trotz aller Widrigkeiten nicht aufgibt.

Es war der einflussreiche Baseballmanager Branch Rickey (Harrison Ford), der sich damals in den Kopf setzte, einen dunkelhäutigen Sportler in die Profiliga zu holen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Trennung in der Sportart strikt, die Diskriminierung groß. Rickey beschließt, einen jungen Sportler gezielt zu fördern und auf diesem Weg Barrieren abzubauen. Seine Wahl fällt auf den talentierten Jackie Robinson (Chadwick Bosemann).

Rickeys Vorhaben ist kein einfaches Unterfangen, denn sowohl Jackie als auch seine Frau Rachel (Nicole Beharie) sind stolze Menschen, denen es nicht leicht fällt, die zahlreichen Ungerechtigkeiten stillschweigend zu akzeptieren. So geht Rachel beispielsweise zu Beginn des Films am Flughafen genau auf die Toilette, die eigentlich nur Weißen vorbehalten ist. Schnurstracks öffnet sie die Tür, ignoriert den Schriftzug „whites only“. Die Konsequenz: Das junge Ehepaar wird von der Passagierliste gestrichen. Statt bequem mit dem Flugzeug zum neuen, weißen Team zu reisen, müssen Rachel und Jackie nun eine anstrengende Fahrt mit dem Bus auf sich nehmen.

Das ist aber nur der Anfang der Schikanen. Jackie wird auf dem Spielfeld ausgebuht, von Mannschaftskameraden und Konkurrenten provoziert, von gegnerischen Fans bedroht. Doch er gibt nicht auf, Manager Branch Rickey steht ihm jederzeit zur Seite, unterstützt ihn. Und die dunkelhäutigen Menschen feiern ihn als großes Vorbild – besonders die Kinder.

Das Sportdrama geht 128 Minuten – zieht sich aber keineswegs. Da es auf einer wahren Begebenheit beruht, ist es umso interessanter. Ich fühlte und litt richtig mit und habe mich so über die Beschimpfungen eines rassistischen Trainers geärgert, dass ich im Kino nicht mehr ruhig sitzen bleiben konnte.

„42“ war damals die Trikotnummer von Jackie Robinson – sie wurde danach nie mehr an einen Baseballspieler in den USA vergeben. Ein Film mit Mehrwert, ich mag ihn.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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