19. September 2013

Melodien: „Fräuleinjazz“

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Extrovertiert, manisch und oberflächlich – wenn Sängerin Sarah Lipfert als „Claudette“ auf der Bühne steht, verwandelt sie sich in eine Show-Diva. Ihre Absätze sind hoch, die Kleider elegant, der Lippenstift ist dick aufgetragen. „Claudette“ ist eine, die genau weiß, wie sie Männer um den Finger wickelt. Neben ihr kann „Ilse“ (Judith Goldbach) nur schwer bestehen. Sie hat den Part der grauen Maus, die sich gerne hinter ihrem Kontrabass versteckt – schüchtern und zurückhaltend. Auf ihrem Instrument aber, da zaubert sie mitreißende Klänge hervor.

„Fräuleinjazz“ nennt sich das Projekt von Sarah Lipfert und Judith Goldbach. Zusammen interpretieren die beiden Musikerinnen auf ihre ganz eigene Art Lieder unter anderem von Hildegard Knef, Zarah Leander und Helge Schneider. Karlsruhe-Premiere des „komischen Musikjazztheaters“ ist am Samstag, 21. September, 20 Uhr, in der Hemingway Lounge (Uhlandstraße 26).

Die beiden Jazzmusikerinnen kennen sich seit ihrer Studienzeit in Mannheim. Vor vier Jahren beschlossen sie, gemeinsam ein Projekt zu machen. Deutschen Schlager anders arrangieren, lautete der Grundgedanke, erzählt Sarah Lipfert, die inzwischen in der Fächerstadt lebt und unter anderem an der Musikhochschule in Freiburg sowie am Badischen Konservatorium in Karlsruhe Gesang unterrichtet. Mithilfe der Regisseurin Caroline Richards arbeiteten sie nach und nach eine Geschichte aus – und riefen „Claudette“ und „Ilse“ ins Leben.

Was beide Figuren vereint? „Eine Therapie“, erläutert Sarah Lipfert mit einem Schmunzeln. „Die Musikwelt ist speziell und bietet viel Frustpotenzial.“ Angst keine Auftritte zu bekommen, der Konkurrenzdruck untereinander – „es ist oft nicht einfach“, sagt die Sängerin. All diese Erfahrungen und Erfahrungen verarbeiteten sie in ihrem Programm. „Wir haben einen Therapeutenbrief für unsere Charaktere erstellt“, erläutert die Jazzmusikerin. „Ilse“ ist dem Alkohol nicht abgeneigt, zeigt neurotische Züge. „Claudette“ ist narzisstisch und nymphomanisch.

Premiere feierte „Fräuleinjazz“ im Dezember in Mannheim. „Die Resonanz war toll“, sagt Sarah Lipfert. Ihr Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir mit unserem Programm den Menschen Jazz ein wenig näher bringen könnten.“

Internet: wwww.fraeuleinjazz.de

Der Artikel ist heute auch in den BNN nachzulesen:
FräuleinJazz

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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