17. Oktober 2013

Flimmerkasten: „Take This Waltz“

Michelle Williams mag ich sehr gerne. Während meiner Schulzeit war Dawson’s Creek samstagsnachmittags ein Pflichttermin für mich. Ich liebte es ihr dabei zuzusehen, wie sie als coole Jen ständig in der Kleinstadt aneckte, sich durch das Leben biss.

In den vergangenen Jahren wurde ich durch Filme wie Brokeback Mountain oder Shutter Island immer mal wieder vereinzelt mit Michelle Williams konfrontiert. Auch durch die Ehe mit Heath Ledger rückte sie in mein Bewusstsein, aber immer nur kurz und ohne dass ihre Rollen mich tiefer berührten.

Nun sah ich den vergangenen Wochen gleich zwei Filme mit ihr. „Blue Valentine“ und „Take This Waltz”. Seither ist aus der Sympathie für Michelle Williams große Begeisterung geworden. Beides Mal verkörpert sie eine Frau, die mit dem Leben und der Liebe kämpft. Es ist nicht einfach, ihr dabei zu zusehen. Vor allem „Blue Valentine“ ist oft verstörend und deprimierend. Gleichwohl: ein sehr sehenswerter Film.

In „Take This Waltz“ spielt sie Margot, eine junge Frau Ende 20, die davon träumt, ein Buch zu schreiben. Auf einer Reise lernt sie im Flugzeug Daniel (Luke Kirby) kennen. Die Beiden verstehen sich gut, eine große Anziehungskraft ist da. Wie es der Zufall will, ist Daniel nun Margots neuer Nachbar – was jedoch auch fatal ist. Margot ist verheiratet. Die Ehe schien glücklich, doch nun gerät alles ins Wanken.

Michelle Williams spielt Margot so authentisch, dass es fast schon weh tut, ihr dabei zuzusehen, wie sie versucht, Daniel aus ihrem Leben zu halten, es aber nicht schafft und immer verzweifelter wird. Es ist aber auch schlimm zu beobachten, wie ihr Ehemann langsam bemerkt, dass etwas nicht stimmt, er aber gar nichts tun kann und das Geschehen aushalten muss.

In einer Beziehung bleiben oder gehen? Dem neuen Reiz nachgeben oder die Leere aushalten? Wann lohnt es sich zu kämpfen, wann doch das Neue wagen? „Take This Waltz“ trifft die Lebenswirklichkeit so gut und macht deutlich, wie zerbrechlich Beziehungen sein können. Ein toller Film, der lange nachwirkt.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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