6. November 2013

Flimmerkasten: „Last Vegas“

Dichtes Gedränge, Geschubse und ein regelrechter Kampf um Eintrittskarten: Sneak in der Schauburg ist vor allem in den Herbst- und Wintermonaten ganz schön anstrengend geworden. Einen Platz nebeneinander zu bekommen, das hat sich in den vergangenen Monaten vermehrt als Herausforderung dargestellt. Deshalb testeten Andreea und ich gestern die Sneak in der Kurbel.

Die Rahmenbedingungen waren ein Traum: freie Platzwahl, angenehme Leute und kein Stress. Nur gibt es dort weder Brezel noch Sekt. Schade. Und naja, der Film, der war auch nicht ganz mein Fall.

Als zu Beginn die Namen der Schauspieler auf der Leinwand eingeblendet wurden, da dachte ich noch: „Och, nett“.  Michael Douglas, Morgan Freeman, Robert de Niro. Das klingt vielversprechend.

Auch die ersten Minuten von „Last Vegas“ waren noch ganz unterhaltsam. Vier Jungs treiben Blödsinn Ende der 1950er-Jahre. Dann gibt es jedoch einen Zeitsprung, 58 Jahre in die Zukunft. Aus den vier jungen Herren sind Senioren geworden. An allen nagte bereits der Zahn der Zeit. Da ist Sam (Kevin Kline), der unter Hüftproblemen leidet, Archie (Morgan Freeman) kämpft mit den Folgen eines Schlaganfalls, Paddy (Robert de Niro) trauert um seine verstorbene Frau und Billy (Michael Douglas) sieht völlig verschoben aus (Solarium gebräunt, ausgemergelt, pseudo-junggeblieben). Er möchte nun eine Frau heiraten, die halb so alt ist wie er. Das muss natürlich gefeiert werden – gemeinsam, samt Junggesellenabschied.

Schnell ist klar, was der Plot von „Last Vegas“ ist: „Hangover“ mit Senioren. Hilfe. Absolut nicht mein Film-Genre. „Last Vegas“ ist bunt, schrill und völlig drüber. Eine skurrile Situation jagt die nächste. Es gibt viele leichtbekleidete Frauen, gewöhnungsbedürftige Popmusik und gaaaaanz viele schlechte Witze. Natürlich wird es nach einigen Turbulenzen und Katastrophen am Ende noch ein wenig romantisch. Und 50 Cent taucht auch mal auf. Typisches Popcorn-Kino aus den USA – nur eben mit Senioren. Das ist jetzt angesagt – dem demografischen Wandel sei Dank.

Einräumen muss ich, dass Morgan Freeman wirklich entzückend spielt. Allein wegen ihm würde ich mir den Film nochmals anschauen. Und wer leichte Unterhaltung mag, der wird mit „Last Vegas“ keine Enttäuschung erleben. Die Gruppe neben mir lag vor Lachen zumindest fast unter den Kinositzen.

Andreea und ich gehen aber nächste Woche erst mal wieder in die Schauburg-Sneak.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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