8. Dezember 2013

Heimat: „Ein Tee bei hannafaktur“

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„Schnell, komm herein, es ist so kalt“, sagt Hanna, als ich an diesem eisigen Winterabend vor ihrer Ateliertür in der Morgenstraße stehe. Versteckt ist ihr Arbeitsraum in einem Hinterhof. Stempel, Kalender, Broschen, Postkarten – dort entsteht all das, was sie unter ihrem Label „hannafaktur“ verkauft.

Hanna bringt mir zunächst einen dampfenden Ingwer-Tee. Dann setzt sie sich an einen Tisch, wo bereits rotes und grünes Papier liegt. „Ich mache gerade neue Weihnachtskarten fertig“, erzählt die 31-Jährige und beginnt zu falten. Auf zahlreichen Kunsthandwerk-Weihnachtsmärkten in Deutschland verkauft sie die Karten – unter anderem auch am kommenden Freitag und Samstag (13. + 14. Dezember) bei der Lametta im Tollhaus.

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DSC_0097Hanna teilt sich den großen Arbeitsraum mit einer Schreinerin, die Recycling-Möbel herstellt. „Seit drei Jahren arbeiten wir hier zusammen“, sagt die 31-Jährige, die in Karlsbad bei Ettlingen aufwuchs.

An der Carl-Hofer-Schule in Karlsruhe absolvierte sie eine Grafik-Ausbildung. „Den ganzen Tag nur am Computer arbeiten, das kann und mag ich aber nicht“, erzählt Hanna. Das ständige „Rumklicken“ sei nicht ihrs. „Ich muss etwas mit den Händen tun – als Ausgleich.“ Deshalb beschloss sie vor einigen Jahren, sich als Grafikdesignerin selbstständig zu machen und „hannafaktur“ parallel aufzubauen. „So kann ich beides vereinen.“

DSC_0103DSC_0128Vor sieben Jahren machte sie sich zum ersten Mal auf einen Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt auf: zum Holy-Shit-Shopping nach Stuttgart. „Zuerst dachte ich: Das mache ich nie wieder.“ Die Räume waren nicht beheizt, sehr kalt war es. „Erst am zweiten Tag wurde es durch die zahlreichen Besucher etwas wärmer“, erinnert sie sich.
Aber irgendwie habe sich dann doch so etwas wie Suchtpotenzial entwickelt. „Ich bastle so gerne Sachen“, erklärt sie. Der Akt des Schaffens sei das Tollste. „Ich kann nur leider nicht alles selbst aufbewahren“, meint die Künstlerin mit einem Schmunzeln. Deshalb fahre sie zu den Märkten, um ihre Sachen zu verkaufen – und Platz für Neues zu schaffen.

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Auf den Märkten verkauft sie dann ihre neuesten Kalender (für die Wand oder kleine Büchlein), Weihnachtskarten mit Tannenzapfen oder auch die verschiedensten Stempel – mit ganz unterschiedlichen Motiven. „Ich habe passende für alle Jahreszeiten.“  Zum Beispiel welche mit einer Sonne, fliegenden Blättern, einem Federball oder auch Vögeln. „Am liebsten würde ich mir den ganzen Tag Dinge ausdenken, die die Welt ein wenig schöner machen.“

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Weitere Infos unter:

www.hannafaktur.de
http://de.dawanda.com/shop/hannafaktur
https://www.facebook.com/hannafaktur?fref=ts

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One thought on “Heimat: „Ein Tee bei hannafaktur“

  1. Andreas Kunsmann sagt:

    Hat die Schreinerin mit ihren Recycling Möbeln denn auch eine homepage?
    Würde mich interessieren :)

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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