17. Januar 2014

Heimat: „Ein Abend bei Florian Weingrüll“

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Das ist Florian.

Sechs Träume hat Thomas Geiger niedergeschrieben, auf graues Papier. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle handeln von der Kunst – auf unterschiedliche Art und Weise. „Die Träume bewegten mich; als ich morgens aufwachte, waren sie noch so präsent, dass ich sie festhalten wollte“, erläutert der Künstler, der derzeit in Wien lebt. Seine Maxime: Manchmal haben die einfachsten Gegenstände und Handlungen das Potenzial zur größten Wirkung. Zu sehen sind die Aufschriebe seiner nächtlichen Erinnerungen im Rahmen der Ausstellung „Cognitve Dissonance“ in der Galerie Weingrüll (Nowackstraße 7). Vernissage ist anlässlich des Galerientags am morgigen Samstag, 18. Januar, von 15 bis 21 Uhr.

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Zeichnungen, Videos, Skulpturen – mehr als 20 unterschiedliche Werke präsentiert Galerist Florian Weingrüll in dieser neuesten Ausstellung. Es ist ein Querschnitt der Arbeiten seiner derzeit insgesamt 13 Künstler. Darunter vertreten sind Benjamin Appel, Maeghan Reid, Enrico Bach sowie Stephanie Kiwitt.

Seine ersten Schritte als Galerist wagte Florian Weingrüll mit einem Projektraum in der Viktoriastraße. Das war 2009 und der Karlsruher studierte damals noch in Tübingen – Kunstgeschichte, Philosophie und Religionswissenschaften auf Magister. „Durch den Projektraum wurde mir klar, dass die Zusammenarbeit mit den Künstlern und das Vermitteln an Käufer genau das ist, was ich machen möchte“, erinnert er sich. „Ein Jahr später, im September 2010, eröffnete er seine Galerie in der Nowackanlage. „Mehr als 20 Ausstellungen fanden seither statt“, sagt er an diesem verregneten Donnerstagabend, zwei Tage vor der Vernissage.

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Einiges zu tun gibt es noch. Die Werke müssen platziert, Bildschirme für Videos angebracht werden. „Das Meiste ist aber geschafft“, sagt der Galerist. Einen festen Platz hat bereits die aktuellste Arbeit von Otto D. Handschuh gefunden. „Verwaister Bauhausstuhl auf entleerter Palette“ lautet der Titel der Skulptur.

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Der Künstler, der aus Dresden stammt und in Karlsruhe lebt, arbeitet primär mit Sandstein, Granit und Metall, gelegentlich mit Holz. Abschleifen, Aushöhlen, Zerschneiden – „das Verändern der Funktionalität sowie der Bestimmung steht bei mir meist im Vordergrund.“ Eine Auswahl seiner Werke ist ab April auch im Stuttgarter Kunstmuseum zu sehen.

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Identität und Heimat spielen bei den Werken von Jakup Ferri eine elementare Rolle. Der aus dem Kosovo stammende Künstler beschäftigt sich viel mit seinem sozialen Umfeld. „Wo komme ich her, wer bin ich?“ Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen prägen Ferris Arbeiten, erläutert Florian Weingrüll.

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Original und Fälschung. Individualität und Authentizität. Damit beschäftigt sich Sascha Pohle. Auf der Zeichnung, die ab Samstag in der Galerie Weingrüll ausgestellt ist, ist ein Ronald Reagan-Doppelgänger zu sehen, in der Hand hält dieser eine Fotografie des ehemaligen Präsidenten. Eine Kopie mit Abbild.

Wenn Florian Weingrüll bis Samstag diesem und den anderen etwa 20 Werken in seiner Galerie einen festen Plazu zugeordnet hat, wird Thomas Geiger durch die Räume schreiten, die Anordnung auf sich wirken lassen und dann seine sechs Traum-Papiere platzieren. „Intuitiv.“

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Zu sehen ist die Ausstellung bis 22. Februar. Geöffnet ist die Galerie Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr. Samstags von 11 bis 14 Uhr.
Nähere Informationen zu der Ausstellung und den einzelnen Künstlern sind abrufbar unter www.weingruell.com
Zu Thomas Geiger unter www.twgeiger.de

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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