10. März 2014

Flimmerkasten: „Grand Budapest Hotel“

An Wes Anderson-Filmen kann ich mich kaum sattsehen. Ich liebe die farbenfrohen Bilder sowie die unkonventionellen Charaktere, die trotz ihrer Schwere so viel Komik und Liebenswürdigkeit ausstahlen. Und ich bin begeistert von den verqueren Geschichten rund um dysfunktionale Familien, die spannend, lustig, aber auch tiefgründig sind. Selten wird Gesellschaftskritik so federleicht verpackt.

Groß war deshalb meine Vorfreude auf „Grand Budapest Hotel“. Vor allem als ich auf Spiegel online las, dass es der beste Wes Anderson-Film sein soll. Und in der Tat: Ich bin sehr angetan von der Räuberpistole um Concierge Gustave H. und  Lobbyboy Zéro. Aber der beste Film von Herrn Anderson? Nein. An „Moonrise Kingdom“ kommt er für mich nicht ran.

Gleichwohl: Es ist eine sehr unterhaltsame Reise in ein kunterbuntes Wunderland. Zubrowka heißt die fiktive Republik, in der sich das Geschehen abspielt. Sie liegt irgendwo in Mitteleuropa, Berge und Schnee gibt es dort zu genüge. Die Optik ist bezaubernd. Das Grand Budapest Hotel ähnelt einem Märchenschloss, in dem schräge Geschichten um eigenwillige, aber sehr liebenswerte Menschen vor sich gehen.  

Im Mittelpunkt steht Concierge Gustave H. Er arbeitet seit vielen Jahren dort. Sein Laster: eine ausgeprägte Leidenschaft für ältere Frauen. Diese Neigung wird ihm nun zum Verhängnis. Denn eine seiner Liebschaften, Madame Desgoffe-und-Taxis, stirbt und hinterlässt ihm, zum Entsetzen ihrer Familie, ein wertvolles Gemälde. Die habgierigen Hinterbliebenen sind außer sich und werfen Gustave H. vor, die alte Dame ermordet zu haben. Gustave H. flieht. Es folgt eine wahnsinnig skurrile und schräge Verfolgungsjagd, bei der ihm Lobbyboy Zero zur Seite steht.

„Grand Budapest Hotel“ ist eine Wohltat für die Augen, aber auch die Ohren. Die Dialoge sind eine Mischung aus intelligenter Komik, pechschwarzem Humor sowie kritischen Zwischentönen an politischen Missständen. Zuhören macht großen Spaß. Außerdem sind wieder zahlreiche bekannte Schauspieler dabei. Dazu gehören Bill Murray, Jude Law, Tilda Swinton, Adrien Brody, Owen Wilson und Lea Seydoux. Auch wenn mich die Geschichte nicht so mitnahm, wie es bei „Moonrise Kingdom“ der Fall war, ist ein Abend mit „Grand Budapest Hotel“ absolut zu empfehlen.  

 

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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