20. April 2014

Fernweh: „HK – ein kulinarisches Desaster“

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Sie kamen vermutlich direkt aus der Hölle: die geräucherten vegetarischen Frühlingsrollen im City Hall Maxims Palace. Gleich mehrere Reiseführer hatten uns das Restaurant direkt am Wasser ans Herz gelegt. Hervorragende Dim Sums gäbe es dort. Von den Einheimischen werde es geliebt. Und in der Tat, das Ambiente war hübsch. Funkelnde Kronleuchter, blitzendes Silberbesteck und feine Tischdecken. Wir freuten uns, waren wir doch sehr hungrig, ein anstrengender Tag lag hinter uns.

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IMG_7634Stopp 1: Victoria Peak
Nach dem Frühstück hatten wir uns zu Hongkongs höchstem Aussichtspunkt, dem Victoria Peak, aufgemacht. Dahinter verbirgt sich eine Gipfelregion um die höchste Erhebung der Insel. Die sogenannte Peak-Tram, eine nostalgische Bergbahn, brachte uns nach längerer Wartezeit dorthin. Die Aussicht von oben war zwar von Nebel und Smog ein wenig getrübt, aber dennoch beeindruckend. Um vom Peak wieder nach unten zu kommen, wählten wir den Fußpfad. Umgeben von kleinen Bächen, wuchtigen grünen Pflanzen und Vogelgezwitscher liefen wir knapp zwei Stunden lang wieder bergabwärts.

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Stopp 2: Hongkong Park

Im größten Park der Stadt gönnten wir uns eine Ruhepause vom hektischen und lärmenden Trubel. Wir beobachten dort eine chinesische Stylistin, die mehr als 90 Minuten lang zwei Damen die Nase puderte und an den Haaren zupfte – für was genau, das ist uns bis heute ein Rätsel. Wir sahen einem Fotoshooting mit einem knutschenden Pärchen zu und wurden ermahnt, weil wir kurz auf dem Boden saßen. Fabi, Sophie und Ann-Sophie wagten sich dann noch in das künstlich angelegte tropische Gewächshaus. Dort gibt es rund 150 südostasiatische Vogelarten. Sie fliegen frei und wild umher, ich verzichtete. Katrin und Valerie blieben bei mir.

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Stopp 3: City Hall Maxims Palace
Groß war unsere Vorfreude auf typisches Essen aus Hongkong. Zwei Speisekarten gab es zur Auswahl, eine Entscheidung fiel uns zunächst schwer. Letztlich brachte uns die Bedienung vier Teller voller geräucherter vegetarischer Frühlingsrollen, Jakobusmuscheln, Hühnchen mit Basilikum und Sojsauce, eine undefinierbare Fleischkugel und ein kurios aussehendes glibbriges Etwas, das weder Fisch noch Fleisch sein sollte.

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Zunächst war die Vorfreude noch groß…

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…das änderte sich aber schlagartig.

Schon das Aussehen der Frühlingsrollen irritierte uns. Ok, sie waren nicht frittiert, sondern geräuchert. Aber sie waren zudem eiskalt und schon der erste Bissen setzte uns zu. Nur mit ganz viel Selbstbeherrschung konnten wir weiterkauen. Ausspucken traute ich mich nicht, also kämpfte ich mich durch. Mit Erfolg. Aber es stand fest: Ein zweites Frühlingsrollenstückchen wird es nicht geben.

Auch das übrige Essen war für uns kaum genießbar. Das Fleisch voller Knochen, die Fleischkugel widerlich (ein Ei war darin in der Mitte versteckt) und das vegetarische glibbrige Etwas nur noch kurios. Zwei aus unserer Reisegruppe kämpften sich trotzdem tapfer durch das kulinarische Desaster. Die Konsequenz am späteren Abend sowie nächsten Morgen: ein Totalausfall und eine leicht Lädierte. Unsere Gruppe zog dezimiert weiter.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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