3. Mai 2014

Heimat: „Kunst im Leerstand“

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Es sind ganz schöne viele Bauklötze, aus denen das riesige Skelett in der Ecke besteht. Lange Angelschnüre halten die einzelnen Elemente zusammen. Wer an dem mehr als zwei Meter großen Kunstwerk zieht, sorgt dafür, dass es sich bewegt, zappelt, tanzt. „Dance Macabre“ lautet der Name des imposanten Werkes, Karolina Jarmolinska schuf es. „Meine Fantasie wird vom Tod, dem Gedächtnis und Lebenserinnerungen angeregt“, erläutert sie.

Karolina Jarmolinska ist eine von insgesamt 13 Künstlern, die ab Donnerstag, 8. Mai, ihre Werke in dem ehemaligen Laden „Chez Bariatou“ in der Blücherstraße 16 in der Karlsruher Weststadt ausstellen. Anlass ist die Aktion „Kunst im Leerstand“. Dort, wo in diesen Tagen die unterschiedlichen kreativen Arbeiten ihren Platz finden, wurden bis vor geraumer Zeit Haare nach afrikanischer Art geflochten, früher Brötchen verkauft. Eine Thekenbeleuchtung im ehemaligen Verkaufsraum erinnert daran. Und die Leuchtreklame an der Hauswand.

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Hinter der Aktion „Kunst im Leerstand“ steht der Kunst- und Kulturverein „Aktion Analog“. „Es ist unser erstes Projekt“, erzählen Nora Benterbusch und Constanze Heidt vom Vorstand. Im Frühjahr des vergangenen Jahres schlossen sich unterschiedliche Kunstinteressierte aus Karlsruhe zu diesem Verein zusammen. Darunter Studenten von der Kunstakademie, des KITs, Angestellte des Badischen Staatstheaters und des ZKMs. „Unser Ziel ist es, neue Kunstprojekte in Karlsruhe zu initiieren“, sagen Nora und Constanze.

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Nun die Premiere: Einige Monate dauerte es, bis eine Immobilie für „Kunst im Leerstand“ gefunden war. „Wir schrieben insgesamt 25 Eigentümer an – ohne Erfolg“, sagt Nora. Erst im März bekamen sie für die Räume in der Blücherstraße 16 die Zusage von dem Eigentümer und Architekten Bernd Zaruba von BWK-Besser-Wohnen-in-Karlsruhe. „Er stand dem Projekt von Anfang an mit Begeisterung gegenüber“, fügt Constanze hinzu.

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Das ist Constanze. An der schwarzen Wand finden Werke von Alexander Minor ihren Platz.

Malereien, Fotografien, Installationen – auf einer Fläche von knapp 100 Quadratmetern werden von Donnerstag bis Sonntag die unterschiedlichen Werke zu sehen sein. Unterteilt in drei Haupträume, einem Bad und zwei Fluren. Zusätzlich wird es eine Performance und Liveauftritte geben. Unter anderem am Samstag tritt der Sänger Arthur Gepting auf.

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Das ist Wataru Murakami. Er zeigt seine großen Fotografien.

„Die Wohnung wird direkt danach kernsaniert“, sagt Nora. Sie und Constanze hoffen, dass die Veranstaltung auf Resonanz stößt und zu einer Reihe ausgebaut werden kann. „Leerstände temporär zu nutzen, bietet neue Chancen für Künstler und Eigentümer“, sagen sie. Die Künstler haben Ausstellungsfläche, die Eigentümer erhalten dadurch eine indirekte Standortaufwertung. „Eine klassische Win-Win-Situation sozusagen.“

Vernissage ist am Donnerstag, 8. Mai, um 19 Uhr (bis ca. 23 Uhr)
Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitag, 9. Mai: 17 – 23 Uhr
Samstag, 10 Mai: 11 – 23 Uhr
Sonntag, 11. Mai: 11 – 16 Uhr

Vertretene Künstler und Musiker: Alexander Minor, Arthur Gepting, Daniela Prochaska, Denis Krieg, Janna Banning, Karolina Jarmolinska, Kilian Kretschmer, Mimi Kunz, Simon Pfeffel, Stephanie Franziska Koesling, Wenzel Seibert, Wataru Murakami und andere…

Weitere Infos: www.aktion-analog.de

One thought on “Heimat: „Kunst im Leerstand“

  1. schöner artikel! win-win ist immer gut! ;)
    freu mich schon auf die ausstellung…
    lg°sig

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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