11. Oktober 2014

Flimmerkasten: „Gone Girl“

Erst lieben sie sich, dann streiten sie sich und am Ende herrscht Krieg – Waffen, Verletzungen und Terror inklusive. Nick (Ben Affleck) und Amy (Rosamund Pike) stehen im Mittelpunkt von „Gone Girl“, dem neuesten Werk von Regisseur David Fincher („Fight Club“, „House of Cards“). Der Thriller basiert auf dem gleichnamigen Buch von Gillian Flynn und ist perfekte Unterhaltung. 150 spannende Minuten, keine Sekunde Langweile. Einzig das Ende ist ein klein wenig enttäuschend.

Wo ist Amy?
Dem Anfang liegt ein Zauber inne: Amy und Nick lernen sich auf einer Party kennen. Beide arbeiten sie als Journalisten, sind attraktiv und verlieben sich. Zuckerstaub schwebt auf das schöne Paar. Doch die Zeit meint es nicht gut mit ihnen. Die Wirtschaftskrise trifft sie hart: Beide verlieren ihren Job. Nick tröstet sich mit Computerspielen, die ersten Streitereien kommen auf.

Der Umzug von New York in die Kleinstadt folgt, als Nicks Mutter an Brustkrebs erkrankt. Nach ihrem Tod bleiben sie dort. Nick eröffnet mit seiner Zwillingsschwester eine Bar. Amy sitzt daheim, frustriert, gelangweilt. Bis sie an ihrem fünften Hochzeitstag plötzlich spurlos verschwindet. Wer steckt dahinter? Nick wird verdächtigt.

Soziopathen unter sich
Das Besondere an „Gone Girl“ sind die zahlreichen Wendungen und Perspektivwechsel. Völlig unvorhersehbar ist, was passieren wird. Dass der Thriller so packend ist, liegt auch Ben Affleck und Rosamund Pike. Sie überzeugen als eiskaltes Paar, das sich mit raffinierten Machtspielen die Hölle auf Erden bereitet – dem schönen Zauber selbst ein Ende setzt. Wer ist der größere Soziopath? Das ist die große Frage.

Ade, schönes Hipsterpärchen

„Gone Girl“ zeigt auf wunderbar ehrliche Weise, was passiert, wenn bei oberflächlichen Hipster-Pärchen die Fassade bröckelt. Das eigene Ich wird zunächst kaum offenbart, vielmehr wird etwas dargestellt, Erwartungen erfüllt. Wenn dieses Schauspiel mit den Jahren immer lückenhafter wird, sich die wahren Charakterzüge zeigen, dann bleiben am Ende: Enttäuschung, Wut und Hass.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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