10. Februar 2015

Flimmerkasten: Yaloms Anleitung zum Glücklichsein“

Kluge Ansätze zum Leben

Seine Patienten bittet er, eine Linie zu zeichnen. Für die Zeitspanne des Lebens soll diese stehen. Links die Geburt, rechts der Tod. Dann sollen die Patienten einen Punkt machen für die Stelle des Lebens, an der sie vermutlich gerade stehen. Viele Menschen erkennen dadurch, wie wenig Zeit ihnen noch bleibt. Oft ist dieser Moment der Beginn eines Prozesses, in dem sie lernen, anders mit sich umzugehen.

Diese Sätze stammen von Irvin David Yalom. Er ist einer der bekanntesten Psychotherapeuten unserer Zeit. Der Dokumentarfilm „Yaloms Anleitung zum Glücklichsein“ erzählt aus seinem Leben und enthält viele kluge Ansätze über das Leben bereit.

Ohne Ecken und Kanten

Gleich zu Beginn des Films lässt Yalom in seinen Therapiealltag blicken. Ganz ruhig ist seine Stimme aus dem Off, Bilder vom Meer erscheinen dazu. Funklende Sonnenstrahlen fallen auf das Wasser. „Yaloms Anleitung zum Glücklichsein“ nimmt mit auf eine sehr kurzweilige und schöne Reise durch die Psychoanalyse – ohne ins Fachspezifische abzugleiten. Ein Film ohne Ecken und Kanten. Was ihm auch als Schwäche ausgelegt werden kann.

Zugang zu sich selbst
Viele seiner Patienten seien von Neurosen geplagt, führt der Therapeut aus. Sie haben keinen Zugang zu sich, das treibt sie um. Durch die Psychoanalyse erfahren sie mehr über sich selbst – und werden ruhiger dadurch. Seine Botschaft: „Nur wer sich selbst versteht, kann andere verstehen und dadurch funktionierende soziale Beziehungen aufbauen.“ Die Psychoanalyse sei dabei nicht nur für Kranke gedacht, sondern jeder Mensch könne von ihr profitieren.

Einsame Ich wird zum Wir
Irvin David Yalom lebt für die Psychoanalyse und hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Unter anderem den Roman „Und Nietzsche weinte“. Der Dokumentarfilm zeigt den 83-Jährigen mit Traumleben: Gesundheitlich geht es ihm gut, das Ansehen im Beruf ist hoch und seit mehr als 60 Jahren ist er mit der gleichen Frau verheiratet. Vier Kinder haben sie zusammen. „Das fragende, einsame Ich löst sich im Wir auf“, so erklärt der Psychoanalytiker den Sinn und die Antriebskraft von romantischen Beziehungen. Ein guter Therapeut bekämpft die Dunkelheit und sucht die Erleuchtung, sagt er. An ein Leben nach dem Tod glaubt er nicht. Mit dem letzten Atemzug endet die Reise, ist er sich sicher.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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