9. Januar 2016

Kurioses: „Vorlieben“

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Seriöse Gespräche

Meine Freundinnen und ich reden meist über seriöse Sachen. Also wir trinken dabei gerne auch Sekt, aber das restliche “Sex and the City”-Klischee erfüllen wir keineswegs. Manchmal ist weniger mehr. Wegen des Kopfkinos. Ich muss aber gestehen, am Freitag geriet dieser Grundsatz komplett außer Kontrolle. Warum? Darum:

Keine rosa Raketen

Eine meiner Freundinnen, sehr adrett, intelligent und keineswegs ausgeflippt, traf sich vor vier Jahren mit einem jungen Herrn, der in einer Sportmannschaft aktiv ist. Beim dritten Treffen knutschen sie, nicht mehr, nicht weniger, das Feuerwerk an Gefühlen blieb jedoch aus. Keine rosa Raketen, kein Glitzerregen, kein siebter Himmel. Eher Wolke Zero. Die Wege trennten sich. Nun erfuhr meine Freundin, Jahre später, dass dieser Herr danach den Kameraden im Sportverein erzählte, dass sie, nun ja, sagen wir mal so, spezielle sexuelle Vorlieben habe. Als meine Freundin davon erfuhr, wurde sie erst rot, dann wütend, wir sprachlos. 

Die Welt ist ein Dorf

Der Herr, übrigens kein Nordafrikaner und auch kein Flüchtling, wohnt inzwischen in einer anderen Stadt. Das ist temporär sein Glück. Als wir über mögliche Lösungswege sprachen, fiel mir ein, dass ich auch in Karlsruhe über eine Frau, die ich noch nie getroffen habe, weiß, wie schlecht sie im Intimbereich rasiert ist. Sie hatte das Pech, mit Männern zu schlafen, die sich darüber lustig machten, das Kumpels erzählten, die es wiederum ihren Freundinnen und nun ja, die Welt ist ein Dorf.

Ich bin diesem Mädchen nie persönlich begegnet, aber dank Facebook kennt man ja trotzdem die Gesichter. Und immer, wenn einer meiner Freunde Bilder oder Dinge von ihr in diesem sozialen Netzwerk kommentiert und das auf meinem Newsfeed auftaucht, muss ich an diese Intimrasur-Sache denken. Ich muss mit vollem Nachdruck sagen, das ist nicht in Ordnung. Das tut mir leid für sie. Und ich verstehe diese Menschen keineswegs, die nichts Besseres zu tun haben, als sich über andere lustig zu machen oder Gossip auf diese Art zu teilen. Privatsphäre finde ich eine ganz gute Erfindung. Manche Dinge will ich gar nicht wissen, vor allem nicht von Fremden.

Eine Frage der Perspektive

Denn, wer sagt denn eigentlich, wie sich eine Frau richtig zu rasieren hat? Meine andere Freundin erzählte: Die Sekretärin in ihrem Büro, etwa 60 Jahre alt, war in diesen Tagen nach Jahrzehnten wieder in der Sauna. Und danach irritiert. Sie sagte zu meiner Freundin: “Seit wann rasiert man sich denn überall – das ist komplett an mir vorbeigezogen.” Es ist wohl immer eine Frage der Perspektive! Und der Toleranz!

 

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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