10. Februar 2016

Flimmerkasten: „The Interview“

Ein kolossaler Irrtum

Von „The Interview“ hörte ich zum ersten Mal vor gut einem Jahr. Ich las im Internet, dass Nordkoreas Diktator Kim Jong Un überhaupt gar nicht amüsiert über diesen Film ist. Anschlagsdrohungen folgten und Hacker waren auch noch irgendwie im Spiel. Alles, was über den Inhalt des Films in diesen Meldungen stand, muss ich entweder überlesen oder komplett verdrängt haben. Denn ich ging bis zu diesem einen Freitagabend davon aus, dass es sich bei „The Interview“ um einen seriösen Film mit Anspruch handelt. Ein kolossaler Irrtum.

Uneingeschränktes Interesse

Vielleicht hätte ich schon misstrauisch werden sollen, als ich meinen Freunden erzählte, dass ich die DVD gerade daheim habe und sie gerne in Gesellschaft anschauen würde. Uneingeschränktes Interesse war bei allen Beteiligten die Folge. Das kommt bei meinem speziellen Arthaus-Filmgeschmack nur selten vor.

Aber so saß ich wenige Tage später mit netter Begleitung, Spezi und Chips vor dem Fernseher und freute mich darauf, etwas über Nordkoreas Diktator zu erfahren – und war relativ schnell irritiert. Der Film mit Seth Rogen und James Franco in den Hauptrollen kommt nämlich keinesfalls mit Ernsthaftigkeit daher. Vielmehr fallen im Minutentakt Sätze wie „Unsere Schwänze sind schlau“ und „Schieb es dir in den Arsch“. Ich finde, auch leichte Unterhaltung sollte zumindest ein bisschen Eleganz haben. Der inflationär verwendete Ausdruck „Stinke-Schwanz“ verleiht diese nicht.

Katy Perry und viel Blut

Nun, ich bin zwar kein Experte, wenn es um Slapstick-Komödien geht. Deshalb kann ich nun nicht einordnen, ob „The Interview“ in dieser Kategorie zu den Großen gehört. Aber unabhängig davon, hat mich dieser Film unfassbar gelangweilt. Die Handlung ist schräg (zwei Amerikaner aus dem Show-Business sollen den Diktator in Nordkorea heimlich vergiften), die Witze unterirdisch und Kim Jong Un beim Singen von Katy-Perry-Liedern zuzuhören. Nun gut, es gibt wahrlich Netteres. Ach, und am Schluss fließt noch viel Blut und es wird gekämpft. Danke, nein!

Mist!

Mich damit auseinander zu setzen, dass es da nun vielleicht irgendwelche Metaebenen und bestimmte Interpretationen gibt, dazu habe ich an dieser Stelle einfach mal keine Lust. Mir hat der Film einfach nicht gefallen.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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