16. April 2016

Melodien: „Ein Abend mit ,The Lake Poets'“

Eindringliche Songs

Die Bühne, auf der Marty Longstaff an diesem Abend im Emma Kreativzentrum in Pforzheim steht, könnte nicht kleiner sein. Sie ist lediglich etwa zwei Meter lang und einen Meter breit – die Wirkung, die der zierliche Brite als „The Lake Poets“ mit seiner Gitarre aber darauf entfaltet, ist riesig. Mit seinen leisen, sehr eindringlichen Songs bewegt er das Publikum der Veranstaltungsreihe „Horch“ zutiefst. Der Applaus ist gewaltig.

Zweite Auflage des „Horchs“

Bereits zum zweiten Mal organisierte Chris Baranowsky mit der Musikerinitiative Pforzheim (MIOF) das „Horch“, das sind intime Konzerte, zu denen die Menschen allein wegen der Musik kommen. Während bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr ein kleiner Friseursalon als Konzertkulisse diente, lud die Initiative nun in das Emma Kreativzentrum zum Doppelkonzert mit den Singer/Songwritern Stefan Melbourne und „The Lake Poets“.

Einfühlsame Geschichten

Ein Geschichtenerzähler per Excellence: Besonders Marty Longstaff verzauberte mit seinen zerbrechlichen und tiefgründigen Songs. Er erzählt in ihnen von einem Abend in einer Bar in „Edinburg“. Von der harten Arbeit, die sein Großvater verrichten musste („Shipyards“) und von der Demenz seiner Oma („Honest Hearts“).

„Im echten Leben bin ich Lehrer“, erzählt er mit einem Schmunzeln den Zuhörern. Er erlebt mit den Kindern viele schöne Momente, aber auch traurige. „Eines Tages kam ein sechsjähriges Mädchen zu mir“, sagt der Sänger. Sie zeigte ihm zahlreiche riesige blaue Flecken. Marty Longstaff war schockiert, kontaktierte zuerst die Schulleitung, dann die Polizei. „Der Fall war bekannt, helfen konnte aber niemand.“ Seine Ohnmacht verarbeitete er in dem Song „Black and Blue“, dem Opener seines Albums „The Lake Poets“.

Auch Liebessongs sind dabei

Mehr als drei Millionen Mal wurde sein Song „Your Face“ bei Spotify angeklickt, erzählt er dann. Ein Song für seine Verlobte. „Er entstand in nur 20 Minuten – es ist verrückt, dass er so gut ankommt.“ Auch „See you tonight“ entstand für die Dame in Nordengland. Dorthin kehrt der Musiker nun auch erstmal zurück. Seine zweiwöchige Tour endete mit dem Auftritt beim „Horch“ – es war ein toller Ausklang.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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