28. Mai 2016

Flimmerkasten: „Sing Street“

Singen für die Liebe!

Juhu. Ein neuer Musik-Film von John Carney. Seit ich vor Jahren „Once“ sah, bin ich uneingeschränkter Fan von ihm – die Kombi von toller Gitarren-Musik mit bewegender Liebesgeschichte mitten in Dublin berührte mich sehr. Der Nachfolger „Can a Song save a Life“ konnte mit seinem Vorgänger zwar leider nicht mithalten, war der Drehort New York samt Keira Knightley und Maroon 5-Sänger Adam Levine doch viel zu glatt und mainstreamig. Nun kehrt John Carney mit „Sing Street“ aber zum Glück wieder ins raue Irland zurück. Eine kluge Entscheidung, „Sing Street“ hat Witz, tolle Schauspieler, verrückte Outfits – und wieder wunderbare Musik.

Alles für Raphina!

Arbeitslosigkeit, Depression und Perspektivlosigkeit im Jahr 1985: Im Mittelpunkt von „Sing Street“ steht Connor. Der 15-Jährige kämpft gerade an allen Fronten: Seine Eltern haben kein Geld mehr, können seine Privat-Schule nicht mehr bezahlen, und so landet er auf einer katholischen Jungen-Schule, wo es ganz schön derb zugeht. Einziger Trost, Raphina. Die 16-Jährige steht jeden Tag auf der Treppe gegenüber der Schule, überschminkt und wartet auf die große Model-Karriere.

Um sie zu beeindrucken, bietet ihr Connor einen Auftritt im Video seiner Band an – die es jedoch noch gar nicht gibt. Als Raphina zusagt, muss es schnell gehen, musikalische Mitstreiter müssen her, außerdem: ein Lied und Kostüme für den Dreh.

Ein Hoch auf die 80er!

Was an „Sing Street“ besonders gut gefällt, sind die Situationskomik und die herrlichen Outfits. Riesige Brillen, Jeans-Jumpsuits, Föhn-Wellen: Alles, was in den 80er-Jahren hip war, reiht sich aneinander. Außerdem entwickelt sich Connors Band schnell in die New-Romantik-Richtung. „The Cure“ lässt grüßen. Aus dem 15-Jährigen wird ein androgyner Teenager. Das ist alles herrlich komisch – und trotzdem noch authentisch und keineswegs überladen. Auch die Musik macht riesige Freude: Ein 80er-Jahre-Hit folgt dem nächsten. Darunter natürlich auch Duran Duran.

Schauspieler, Geschichte, Musik, Kostüm: Bei „Sing Street“ passt einfach alles. Der Film ist leicht, ohne trivial zu sein, unterhält bestens und lässt ein wunderbares Gefühl zurück. Gerne nochmals.

2 thoughts on “Flimmerkasten: „Sing Street“

  1. Tina sagt:

    Schon der Trailer macht Lust, rein zu gehen….. Läuft er schon? In der Schauburg?
    Auch ich fand „once“ einfach toll!

    1. Miriam Steinbach sagt:

      Ja, er läuft schon. Ich war auch in der Schauburg. Lohnt sich wirklich sehr! :)

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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