25. Juni 2016

Heimat: „Ein Besuch bei Goldzünglein“

Das sind Marcel und Daniel (von links)

Zack, Boom, überrannt.

Es klackert, klirrt und kracht ganz leise: Knapp drei Minuten dauert es, bis Daniel und Marcel in ihrem Eiscafé „Goldzünglein“ ein gerolltes Eis in den Becher zaubern. Mit einer silbernen Spachtel verteilen sie dazu eine cremige Masse auf einer kalten Platte, werfen Oreo-Kekse oder Früchte dazu, hacken sie klein, verteilen die Masse erneut – solange, bis am Ende alles gefroren ist.

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Tüfteln und Werkeln

Seit Anfang Mai verkaufen die beiden Studenten die selbst kreierten Eis-Becher am Zirkel 11. Ein altes Kiosk haben sie dafür umgebaut, in Eigenarbeit. „Wände ziehen, eine Verkaufstheke schaffen, streichen – wir haben seit Dezember viel Zeit hier verbracht“, sagt Daniel. Das Werkeln und Tüfteln hat sich ausbezahlt. Ihre Idee ist eingeschlagen – seit Anfang Mai bilden sich ununterbrochen Menschen-Schlangen am Kiosk. „Es ist verrückt, besser hätte es einfach nicht laufen können“, sagt Marcel. Das Strahlen der Jungs ist kaum zu überbieten.

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Philosophieren am Strand

Die beiden Jungs begegnten sich vor zwei Jahren zufällig am Strand von Australien. Nach dem Abitur hatten beide ihre Koffer gepackt, der eine in Wiesloch, der andere in Kirchheim, dann ging es los – mit dem Flugzeug weit weg. Work and Travel. Zwischen Palmen und Liegestühlen kam ihnen die Idee, irgendetwas Cooles auf die Beine zu stellen. „Was genau, war zunächst noch nicht klar, wir hatten nur große Lust, etwas zu starten“, sagt Marcel. Wieder in Deutschland, schrieben sie sich in Karlsruhe am KIT im Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen ein. „Im Oktober 2015 machte es dann klick“, erzählt Marcel. Er hatte im Urlaub in Thailand die eiskalten Röllchen gegessen, war begeistert – das sollte es auch in Karlsruhe geben, so die Idee.

Ein Kiosk soll es sein

Der Plan ging auf. Die beiden 21-Jährigen studierten Immobilien-Anzeigen, fanden das Kiosk und bekamen die Zusage. „Danach ging es ans Experimentieren“, sagt Daniel mit einem Lachen. Die Eis-Kreation musste her. Stundenlang standen die beiden Studenten in ihrem Kiosk, mixten Milch mit Früchten, Schoko und Erdnussbutter. Das Ergebnis: Fünf verschiedene Eissorten bieten sie nun an, drei schokoladige/nussige, zwei fruchtige. Kombiniert werden sie mit Früchten, Streuseln und Sauce. Für Veganer gibt es alles mit Sojamilch.

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Kiosk statt KIT

Am 6. Mai ging es los mit „Goldzünglein“. Seither stehen Marcel und Daniel von morgens bis abends hinter den eiskalten Platten. Der Erfolg war sofort da. „Es ist ein schönes Gefühl, dass unser Eis bei den Leuten gut ankommt und ihnen schmeckt“, sagt Daniel. Inzwischen haben sie eine dritte Platte gekauft, ihr Team besteht aus neun Personen. Das Konzept aus Transparenz beim Herstellen, individueller Eisbecher-Zusammenstellung und ganz frischen Zutaten funktioniert. „Außerdem haben wir noch Kaffee, alkoholfreie Getränke und Cocktails zum Mitnehmen – das nutzen viele, wenn sie auf dem Weg zum Schlossgarten bei uns vorbeikommen“, sagt Marcel. Es ist so ein Traumsommer für die beiden Studenten – trotz des unbeständigen Wetters.

Weitere Infos zum Goldzünglein gibt es hier: https://www.facebook.com/goldzuenglein/?fref=ts

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Gerrit (links), Lukas (Mitte) und Ines (rechts) haben Marcel und Daniel am Tag meines Besuchs im Eiscafé ausgeholfen.

 

 

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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