16. Januar 2016

Kurioses: „Die Sehhilfe“

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Viel verpasst

Meine Augen und ich haben ein ganz spezielles Verhältnis. Es begann in der sechsten Klasse. Damals bekam ich die Diagnose „kurzsichtig im fortgeschrittenen Stadium“. Der Augenarzt stellte mich ans Fenster, ließ mich erst ohne, dann mit speziellem Plastikgestell auf die Straße schauen und meinte: „Junge Dame, Sie haben bereits ganz schön viel von der Welt verpasst.“

Ein Herz für Fußballer

Meine erste Brille war grün. Passend zu den Augen, das war die Idee des Optikers. Die Omas fanden das klasse. Meine Freundinnen schwiegen. Die zweite Sehhilfe hatte gelbe Punkte, die im Dunkeln leuchteten. Mir war bereits mit 13 Jahren klar: Mit solchen Brillen bewegt man keine Männerherzen. Während Freundinnen Liebesbriefchen bekamen, ihren Namen in Schulbänke geritzt sahen und Tennisbälle im Vorgarten fanden, schwärmte ich in die Ferne. Für Lars Ricken, Ibrahim Tanko und für einen jungen Herrn aus der Nachbargemeinde. Einen blonden Skater aus der Zehnten. Wir sahen uns morgens im Zug zur Schule. Also ich sah ihn, er mich nicht.

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9. Januar 2016

Kurioses: „Vorlieben“

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Seriöse Gespräche

Meine Freundinnen und ich reden meist über seriöse Sachen. Also wir trinken dabei gerne auch Sekt, aber das restliche “Sex and the City”-Klischee erfüllen wir keineswegs. Manchmal ist weniger mehr. Wegen des Kopfkinos. Ich muss aber gestehen, am Freitag geriet dieser Grundsatz komplett außer Kontrolle. Warum? Darum:

Keine rosa Raketen

Eine meiner Freundinnen, sehr adrett, intelligent und keineswegs ausgeflippt, traf sich vor vier Jahren mit einem jungen Herrn, der in einer Sportmannschaft aktiv ist. Beim dritten Treffen knutschen sie, nicht mehr, nicht weniger, das Feuerwerk an Gefühlen blieb jedoch aus. Keine rosa Raketen, kein Glitzerregen, kein siebter Himmel. Eher Wolke Zero. Die Wege trennten sich. Nun erfuhr meine Freundin, Jahre später, dass dieser Herr danach den Kameraden im Sportverein erzählte, dass sie, nun ja, sagen wir mal so, spezielle sexuelle Vorlieben habe. Als meine Freundin davon erfuhr, wurde sie erst rot, dann wütend, wir sprachlos.  Weiterlesen »

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2. Januar 2016

Kurioses: „Star Wars“

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Sprachlos beim Smalltalk

Es kam völlig überraschend, aber ich muss der Wahrheit ins Auge sehen. Ich bin in den vergangenen Wochen zum Außenseiter mutiert. Nun, ich gehöre neuerdings keineswegs einer Randgruppe an, bin keineswegs gegen Sex vor der Ehe oder verzichte grundlegend auf alle tierischen Produkte (sehr gerne esse ich gelegentlich ein Salami-Brot mit Butter). Aber trotzdem passierte es mir in den vergangenen Wochen des Öfteren, dass ich bei Gesprächen völlig ausgeschaltet war, nur noch ratlos von einem Redner zum anderen schaute – ohne ein einziges Wort sagen zu können. Das geht mir nicht oft so. Aber das Problem ist klar zu benennen: Star Wars.  Weiterlesen »

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11. Dezember 2015

Kurioses: „Das Paralleluniversum“

Quelle: Welt.de

Quelle: Welt.de

Wo sind all die Haargummis?

Bei StudiVZ gab es einst eine Gruppe mit dem Titel: „Meine Haargummis gründen definitiv ein Paralleluniversum“. StudiVZ, das war dieses soziale Netzwerk, das vor Facebook zum Stalken und Spionieren einlud. Wenig dynamisch und ohne „Gefällt mir“-Button. Aber dafür mit vielen lustigen Gruppen, mit denen man wunderbar seinen Charakter beschreiben konnte. Zu meinen Favoriten gehörte eindeutig die über das Haargummi-Paralleluniversum. Als ich sie damals entdeckte, dachte ich nur: Bingo. So sieht es aus. Denn in meinem Haushalt verschwinden auch ständig Sachen. Ernsthaft. Weiterlesen »

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26. November 2015

Kurioses: „Die Bäckerei-Fachverkäuferin“

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Ich schlafe gerne lange

Frühes Aufstehen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Wer schon mal neben mir geschlafen hat, weiß das. Meine Schlummerfunktion im Handy tritt bereits zwei Stunden vor der eigentlichen Weckzeit ihren Dienst an. Das wiederholt sich dann mindestens fünf Mal. Das ist wichtig. Ich muss mich langsam darauf vorbereiten, dass es bald vorbei ist – vorbei, mit dem kuscheligen Abhängen unter der warmen Decke.

Alles, was vor 10 Uhr ist, gehört für mich zur tiefsten Nacht. Darüber diskutiere ich nicht. Als ich noch Redakteurin bei einer Zeitung war, begann der Arbeitstag genau um diese Zeit. Damit konnte ich noch einigermaßen umgehen. Mein jetziger Arbeitgeber sieht es dagegen gerne, wenn ich spätestens um 8.45 Uhr an meinem Platz sitze. Das ist eine Herausforderung, jeden Morgen. Weiterlesen »

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5. November 2015

Kurioses: „Das Missverständnis“

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Jenseits von Smartphone, Fernsehen und Internet: Seit geraumer Zeit bin ich Kulturlotsin am Badischen Staatstheater. Einmal im Monat unternehme ich etwas mit einem Mädchen, das 13 Jahre alt ist. Ein Alter, das nicht ganz so einfach ist. Ein Theaterbesuch steht da nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Ich versuche aber stets mein Bestes. Wir haben uns schon “Tschick” angeschaut und “Fucking Amal”, ein Stück über zwei schwedische Mädchen, die ineinander verliebt sind. Erst wird schräg gesungen, dann geknutscht. Der ganze Saal war voll mit Pubertierenden. Meiner 13-jährigen Begleitung hat es gefallen. Ich freute mich danach über frische Luft. Wir standen auch mal zusammen bei einer Kochshow in der “Insel” auf der Bühne und zauberten ein Überraschungsmenü für eine Jury. Das war ein wenig experimentell. Es lief nicht alles ganz nach Plan. Der Couscous war schuld. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun soll es am Sonntag eine Oper sein. Ich muss gestehen: In diesem Gebiet bin ich keine Expertin. Lotsen wird da schwierig. Aber es ist ein Tipp der Projektleiterin. Ich schaute im Internet nach und nahm wahr: Dauer 4,2 Stunden. Das ist lange. Ich schrieb dem Mädchen und seiner Mutter – mit dezentem Verweis auf Beginn und Ende. Das schreckte sie nicht ab. Okay. Dann eben 4,2 Stunden Oper. Wahrscheinlich steckt das Mädchen das besser weg als ich. Weiterlesen »

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30. Oktober 2015

Kurioses: „Das Geräusch“

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Unruhe im Schlafzimmer

Plötzlich war es da. In einer lauen Sommernacht erwachte ich und hörte dieses diffuse Geräusch. Es hörte sich an wie ein Schrei. Eindringlich und laut. Es war ein wenig wie in diesen schlechten Filmen. Erst ist es stockdunkel, dann erfolgt ein Schrei. Dann ist jemand tot. Als in meinen Schlafzimmerfenster dazu noch das Knattern einer Vespa ertönte, wusste ich: Es ist 4 Uhr.

Immer um diese Uhrzeit kommt nämlich mein Zeitungsausträger. Er fährt jede Nacht (bis auf Sonntag) durch die Straßen und wirft Zeitungen vor die Haustüren. Er stoppt dazu ganz kurz und fährt dann mit einigem Wumms weiter. Ich stelle ihn mir mit Kippe im Mundwinkel vor, leicht strähnigen Haaren und so Mitte 50. Die eine Hand immer an der Bremse, in der anderen ein Zeitungsbündel. Kaum ist er weg, kommt gegen 5 Uhr der große, weiße Lastwagen mit den Lebensmitteln für den türkischen Supermarkt – er lädt ziemlich lange direkt unter meinem Fenster aus. Wenn ich schlaflose Nächte habe, kann ich zusehen, wie Tomaten und Zitronen ins Lager rollen. Wer nachts Langeweile hat, kann sich gerne in meine Straße stellen, dort wird immer etwas geboten. Weiterlesen »

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19. September 2015

Kurioses: „Und dann war plötzlich das Auto weg“

Anhang 1-8Frieren im Winter, schwitzen im Sommer

Die Klimaanlage meines Autos ist kaputt. Das ist an heißen Tagen ein weitaus größeres Problem als an kalten. Denn während ich mich im Winter mit dicken Fäustlingen, Schal und Mütze in meinen kleinen Fiat setzen kann, sind meine Entkleidungsmöglichkeiten im Sommer begrenzt. Eine automatisierte Erfrischungsmaschine schwebte mir in den vergangenen Monaten deshalb des Öfteren vor. So eine, die ab und an kühlende Wassertropfen von sich gibt – aber selbstverständlich nur ganz hauchdünn und wohl verteilt. Wie so ein Mini-Sprenkler, der über den Sitzen befestigt ist; Bad-Hair-Days exklusive. Da diese Wundermaschine unglücklicherweise noch nicht den Weg in mein Auto fand, musste ich mir an diesem einen, ganz besonderen Tag anders helfen. Weiterlesen »

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2. September 2015

Kurioses: „Neues aus der Nachbarschaft“

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Seit geraumer Zeit gibt es einen sehr merkwürdigen Laden in meiner Nachbarschaft. Früher gab es dort Laufschuhe zu kaufen. Ständig joggten deshalb aktive Menschen vor dem Schaufenster auf und ab – sie legten kurze und schnelle Sprints hin und taten alles, um das bestmögliche Modell zu finden. Ich konnte dies  von meinem Wohnzimmerfenster aus sehr gut beobachten. Dynamische Ladies mit modischen Nikes, ältere Herren mit funktionalen Reeboks. Der Besitzer nahm auch immer meine Pakete entgegen; die kleinen mit den Kontaktlinsen, die großen mit den Kleidern. Diese Zeiten sind vorbei. Leider. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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