Posted on March 21, 2013
Princess Chelsea

Es war in einer kleinen Boutique in Brighton, als ich Princess Chelsea zum ersten Mal hörte. Es waren herrlich entspannte Tage in Südengland und die Musik, die dort aus den Lautsprechern tönte, passte wunderbar dazu. Ich musste einfach wissen, wer hinter diesem Song steckt und fragte die Verkäuferin danach. „Princess Chelsea“, meinte sie und schrieb mir den Namen auf einen kleinen weißen Zettel. Eine Elektro-Pop-Sängerin aus Neuseeland, die einst in der Band „The Brunettes“ sang.

Noch im Urlaub lud ich mir „The Cigarette Duet“ auf mein Handy und hörte es ständig. Wieder zuhause lief auf Spotify das Album „Lil golden book“ hoch und runter. Ich war begeistert.

Die Texte sind witzig und ironisch. Princess Chelsea singt über das Rauchen („The Cigarette duet“) und warnt vor zuviel Alkohol: „Please, don’t drink so much, i worry, that you will die“ („Too fast to live“). Die Melodien sind leicht und eingängig. Interessant ist auch der Song „Monkey eats bananas“. Ein wenig erinnert sie an Lily Allen. Die Musik ist perfekt für sonnige Tage. Frühling bitte, sofort.

Anspieltipps:

The Cigarette Duet
Yulia
Ice Reign
Caution repetitive

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Posted on March 14, 2013

Bosse

Bosse brachte mir bereits vor vielen Jahren ein Freund näher. „Kamikazeherz“ lief damals hoch und runter.  Die Beziehung zerbrach, Bosse blieb. Vor allem „Wartesaal“ ist eines meiner liebsten Alben überhaupt. Es sind die Texte, die so nahe am Alltag sind, die Melodien, die so schnell ins Ohr gehen, aber auch nach unzähligem Male hören nicht überdrüssig werden. Ich weiß nicht, wie oft mich im Zug auf dem Weg zur Arbeit „Roboterbeine“, „Du federst“ oder „Metropole“ begleiteten.

Sehr gespannt war ich auf „Kraniche“, das vergangenen Freitag erschien. Es ist ein sehr unbeschwertes Album geworden. Es zündet zwar im Ganzen nicht so schnell wie sein Vorgänger, aber umso häufiger ich es nun hörte, desto mehr hängt mein Herz an den einzelnen Liedern. An dem leicht orientalisch angehauchten „Istanbul“, an „Alter Affe Angst“, an „Vive la danse“, aber ganz besonders an „So oder so“.

Bosse erzählt auf „Kraniche“ ganze Geschichten („Familienfest“), schafft es unglaublich schöne Bilder zu erzeugen („heulte auf Papier/du warst wie ein Polaroid im Regen), selten hörte ich so genau hin. Für jeden, der die deutsche Sprache und entspannte, eingängige Musik mag, lohnt es sich, zumindest reinzuhören.

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Posted on March 6, 2013

Nicolas Sturm

Und seine Musik mag ich sehr gerne. (BNN-Artikel vom 6. März)

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Posted on February 24, 2013

Leslie Clio

Sie klingt ein bisschen nach Retro, Soul und Pop: Leslie Clio. Es war im Spätsommer, als ich sie auf der Fahrt von der Arbeit nach Hause zum ersten Mal hörte. Ich saß im Auto, schaltete das Radio ein und „I told you so“ tönte es mir entgegen. „Wer ist diese junge Dame?“, fragte ich mich. Der Moderator verweigerte mir eine Antwort. Schade, sie gefiel mir. Ich wollte mehr wissen. Also begab ich mich im Internet auf die Suche – und wurde fündig.

Wenige Monate später kam die zweite Single „I Couldn’t Care less“ heraus. Ein quietschbuntes, lebensfrohes Video erschien dazu. „I couldn’t care less, what broke me this time“, singt sie da. „The past ain’t now“, wenige Zeilen später. Als kurz darauf die Tour-Daten veröffentlicht wurden, beschloss ich, sofort Karten für das Konzert in Stuttgart zu kaufen – noch bevor ich das Album gehört hatte. Es war die richtige Entscheidung. Das Konzert ist mittlerweile ausverkauft.

„Gladys“ ist mithilfe von Tomte-Bassist und Muff Porter-Produzenten Nikolai Potthoff entstanden. Die Zusammenarbeit ist mehr als geglückt. Es ist eines der nettesten Alben, das ich in den vergangenen Monaten hörte. Außer den zwei veröffentlichten Singles sind mir besonders „Twist the knife“, „Gotta stop loving you“ und „Island“ ans Herz gewachen. Vor allem letzteres überzeugt. Es ist eine Ballade, die nicht erdrückt, sondern leicht ist, aber trotzdem die emotionalen Abgründe erahnen lässt („My heart is like an island and I’m standing all alone“).
Wegen Leslie Clio schaute ich vor kurzem sogar Inas Nacht – trotz Ina und David Garrett. Aber Leslie Clio (+ Max Schroeder am Schlagzeug) hat (haben) das Unerträgliche erträglich gemacht.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/videos/leslieclio117.html

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Posted on February 23, 2013

Jonathan Kluth

Es kam bislang selten vor, dass mich bei einem Konzert eine Vorband zutiefst beeindruckte. Anders war es im Herbst 2012 beim Tina Dico-Konzert im Tollhaus. Wir kamen an, als Jonathan Kluth bereits spielte, im Dunkeln mussten wir uns Sitzplätze suchen. Wir wussten gar nichts über den jungen Herrn mit der Gitarre auf der Bühne – nicht einmal seinen Namen. Aber innerhalb kürzester Zeit hatte er all unsere Aufmerksamkeit. Seine Stimme berührte, ließ uns den grauen Alltag vollkommen vergessen. Und auch seine leidenschaftliche und ehrliche Gitarrenmusik, es war einfach nur ein Genuss ihm zuzuhören, ihm zuzuschauen.
Jonathan Kluth sagte in einem Kurzinterview am Rande seines TV Noir-Auftritts, dass er unter anderem John Mayer und Kings Of Leon gerne hört – diese Einflüsse spiegeln sich auch in seiner eigenen Musik wider. Vor allem „Putting Out Fires“ mag ich sehr, kann es in Dauerschleife hören, ohne mich nur eine Sekunde zu langweilen. Aber auch „Sleeping With Eyes Wide Open“ und „The Arms Of Another“ sind sehr gelungen. Stillstehen: kaum möglich.

Anfang Februar war Jonathan Kluth wieder in Karlsruhe. Dieses Mal trat er anlässlich der Veranstaltungsreihe „Vereinsheim Baldu“ im Tempel auf. Es war erneut ein großes Vergnügen ihm zuzuhören – nicht nur für uns, das gesamte Publikum war angetan. Minutenlang bekam der 23-Jährige Applaus, völlig zurecht. Am 9. Mai spielt er wieder in Karlsruhe – ich werde dasein.

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Posted on February 19, 2013

Ein Montagabend mit Friska Viljor

Die Musik ist laut, das Bier fließt in Massen und es wird getanzt – wild, heftig, als gäbe es kein Morgen. Das Konzert von Friska Viljor im Substage ist wie eine bunte Party. Nicht nur für die Zuschauer, vor allem für Sänger Joakim. Er erinnert zwar stark an einen schiffsbrüchigen Matrosen, der die vergangenen Monate mit viel Rotwein verbrachte (seine Haare sind verfilzt, der Bart struppig und die Aussprache ein wenig verwaschen). Macht aber nix: Die Show läuft bestens, der Unterhaltungsfaktor ist hoch. Und die Songs sitzen trotz des Alkoholpegels.

Es sind vor allem die älteren Lieder wie „Useless“, „Oh Oh“ oder „Arpeggio“, die vom Publikum gefeiert werden. Zeile für Zeile wird mitgegröhlt, bis zur bitteren Heiserkeit. Bei neueren Werken wie „Did You Ever“ oder „Boom Boom Boom“ ist dagegen Schunkelstimmung angesagt. Aber egal ob langsam, schnell, mit Trompete oder Mandoline: Friskar Viljor lassen keine Langweile aufkommen. Dazu sind Joakim und Daniel und ihre drei Musiker auf der Bühne einfach zu skurril. Beobachten genügt. Der Keyboarder grinst breit ohne Unterbrechung – tatsächlich 90 Minuten am Stück. Daniel trinkt seinen Rotwein und die Konversation mit Joakim rund um das Lied „The F“ führt völlig ins Leere. Macht aber auch nichts. Schwedische Indie-Rocker sollen nicht reden, sondern musizieren.

Es ist vor allem die letzte halbe Stunde, die überzeugt. Es werden alte Hits wie „On And On“ und „Shotgun Sister“ gespielt. Das Publikum ist außer Rand und Band. Schade, dass es ein Montagabend ist und der Wecker am nächsten Morgen klingelt. Ansonsten dürfte die Party mit Friska Viljor noch sehr gerne bis in die frühen Morgenstunden gehen.

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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