9. April 2017

Heimat: „Ein Abend bei Hasan und David von ,The Black Dog'“

Das sind David, Hasan und Juan (von links). Alle Bilder sind von Sebastian Heck.

Verrückte Hotdogs!

Mit eindringlichem Blick steht er vor der Eingangstür, schaut jeden Besucher still an, wacht genau über sein Zuhause, den kleinen Hotdog-Laden „The Black Dog“ im Passagehof nahe der Kaiserpassage. Stolz sieht er aus, eine silberne Kette baumelt um seinen steinernen Hals und Oberkörper, verbindet ihn mit der Tür. „Das ist unser Maskottchen, Karabasch heißt es, benannt nach dem türkischen Hirtenhund, der seine Herde beschützt“, erklärt mir David von „The Black Dog“, als ich dort vor einigen Tagen vorbeischaue. Es ist Karabasch, der Zweite. „Sein Vorgänger wurde uns kurz nach der Eröffnung direkt vor dem Laden gestohlen – wir konnten es gar nicht fassen, dass uns jemand quasi vor den Augen unser Maskottchen klaut“, sagt David und schaut verständnislos.

Das ist Karabasch.

Ansonsten läuft es bei „The Black Dog“ aber reibungslos. Seit sechs Monaten gibt es in dem Passagehof nun schon Hotdogs in den verrücktesten Varianten – mit Auberginen, Kartoffeln, Möhren oder geriebenem Schafskäse. Mit klassischem Würstchen, vegetarisch oder vegan. Hinter dem Laden steht Hasan, ein Koch aus Berlin, der schon in Kreuzberg Hotdogs verkaufte. Weiterlesen »

1 Kommentar
5. April 2017

Schmöker: „Die Herrlichkeit des Lebens“ von Michael Kumpfmüller

Über die Liebe

Sie begegnen sich zum ersten Mal an der Ostsee. Sofort sind sie da, die zarten Bande zwischen Dora Diamant und Franz Kafka; zwischen der jungen, unbekümmerten Köchin und dem todkranken, schwermütigen Doktor. Bei langen Spaziergängen kommen sie sich näher, schnell ist klar: Sie möchten sich nicht mehr verlieren, beinander bleiben, auch wenn die Umstände keine guten sind. Der Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“ von Michael Kumpfmüller erzählt von Franz Kafkas letzten großen Liebe – vom ersten Aufeinandertreffen bis zu seinem Tod. Es ist ein sehr ruhiger, unaufgeregter und zutiefst trauriger, aber auch sehr schöner Roman. Weiterlesen »

keine Kommentare
2. April 2017

Heimat: „Ein Nachmittag mit Romy und Lisa von ,Slow Sunday'“

Das sind Romy und Lisa (von links). Die Bilder sind alle von Sebastian Heck.

„Slow Sunday“ in der Fettschmelze

Es zischt leise, dann versinken die Karottenspiralen im wilden Öl-Strudel. Sie tauchen für einen kurzen Moment in der brodelnden Flüssigkeit ab, dann wieder auf – bis sie Romy Marquart aus dem großen Topf holt. „Ich bin gespannt, wie die frittierten Gemüsenudeln zu Salaten und Suppen schmecken“, sagt sie zu Lisa Gewecke, die neben ihr in der Küche steht.

Die beiden Mädels testen an diesem sonnigen Samstag in Romys Wohnung verschiedene Rezepte aus: Passt selbst gemachte Salzbutter zu Radieschen? Schmeckt ein Hefekranz auch mit Mandelmilch, Bärlauch, Petersilie, Ruccola und Feta? Das kreative Tüfteln hat einen Grund: Am kommenden Sonntag, 9. April, laden Romy und Lisa wieder zu „Slow Sunday“ in der Fettschmelze – zu einem Frühstücks- und Brunchbüffet voller besonderer Leckereien. Weiterlesen »

keine Kommentare
24. März 2017

Kurioses: „Der Bachelor“

Wie ein schlimmer Unfall!

Ja, ich gebe es zu, ich habe auch mal reingeschalten. Nicht nur einmal, sondern mehrmals, kurz, aber bewusst. Dabei sah ich Auszüge von der ach so romantischen Rosenübergabe oder den eigenartigen Einzeldates. Meine Gedanken dabei: So müssen sich Gaffer bei einem schlimmen Unfall fühlen – ich wusste, dass es absolut grotesk und falsch ist, aber gerade deshalb musste ich dann doch hinschauen. Und mich aufregen. Weiterlesen »

keine Kommentare
24. März 2017

Heimat: „Stadtfenster 2017 in der Karlsruher Innenstadt“

Magdalena Vollmer gestaltete 2016 dieses Schaufenster – und gewann den Jurypreis dafür.

„Stadtfenster“ kehrt zurück

Malerische Kunstwerke, Illustrationen, Schriftzüge: Zahlreiche Schaufenster in der Karlsruher Innenstadt bekommen von 1. bis 23. Juli wieder ein neues Gesicht. Denn zum dritten Mal verwandelt sich durch die Aktion „Stadtfenster“ das Zentrum in eine offene Galerie. Thema ist in diesem Jahr „Heimat“.

„Unser Ziel, Kunst und Handel zusammen zu bringen und neue Erlebnisräume zu schaffen, hat sich in den Vorjahren so gut bewährt, dass wir das Format deshalb weiterführen“, erläutert Felicitas Steck, die Verantwortliche der „Stadtfenster“-Aktion. Neu ist in diesem Jahr: Mit einer großen Eröffnungsfeier und Vernissage startet „Stadtfenster“ am 1. Juli. „Bands werden unter anderem spielen, und es gibt Theater sowie Tanz“, verrät Felicitas Steck. Bewerbungsfrist für die Künstler ist der 7. April. (Bewerbungsunterlagen stehen am Ende des Textes zum Download bereit). Weiterlesen »

keine Kommentare
18. März 2017

Kurioses: „WG – der Beginn“

Der Beginn.

Meine WG-Zeit war ein wenig wild. Wenn ich heute darauf zurückschaue, ist viel Melancholie in mir. Ja, ich werde richtig wehmütig, wenn ich an die tollen Sommerabende auf dem Balkon mit Kanister voller Wein, die Küchenpartys und die vielen netten Gespräche denke. Ach.

Top-Lage, schräges Haus!

Die erste WG in Karlsruhe war in der Kronenstraße. Sie lag zwischen einer Fußball-Kneipe mit Biergarten und einem alternativen Club. Unter meinem Fenster versammelten sich nachts Ultras und Punks, grölten, feierten Siege und trösteten sich bei Niederlagen. Es war immer etwas los. Weiterlesen »

2 Kommentare
13. März 2017

Heimat: „Ein Besuch bei ,Inschrift Heimat'“


Wie klingt Heimat?

Es piepst, summt und klingelt auf die verschiedensten Arten. Hoch, tief, mehrmals hintereinander. Dann ist die Stimme eines jungen Manns zu hören. Er beginnt zu erzählen, von whatsapp und Instagram, den Apps, mit denen er sein Leben organisiert. Für die er viel Zeit aufwendet, die zu seinem Leben dazu gehören, die Verknüpfungspunkt zu seinen Freunden sind. „Nur Facebook ist bei uns inzwischen out“, sagt er. „Da sind auch meine Eltern angemeldet.“

Foto: Kai Rußwurm

Die Stimme des jungen Herrn tönt aus einer kleinen schwarzen Box, die in einer Unterführung auf dem Schlachthofgelände hängt. Insgesamt neun solcher Lautsprecher mit MP3-Player sind dort verteilt. Aus jeder einzelnen Box strömen an diesem Abend Geschichten und Klänge, die sich auf ganz unterschiedliche Art mit dem Thema „Heimat“ beschäftigen.

Weiterlesen »

keine Kommentare
6. März 2017

Heimat: „Ein Abend bei Sven Brunner von Nick & Nora“

Das ist Sven.

Ein Flohmarkt im Spirituosen-Laden

Leise klirrt der Eiswürfel, als ihn Sven Brunner vorsichtig in mein noch leeres Glas fallen lässt, Gin folgt dem transparenten Quader, umhüllt ihn sanft, vermischt sich dann mit dem Tonicwater, das den Drink komplettiert. Donnerstagabend, ich bin zu Besuch im Spirituosen-Laden „Nick & Nora“, den Sven Brunner seit November 2014 in der Körnerstraße 26 (Ecke Goethestraße) betreibt. Der Karlsruher ist in diesen Tagen damit beschäftigt, sein Lager auszumisten. Grund dafür: Am kommenden Samstag, 11. März, veranstaltet er zum ersten Mal einen Hausbar Flohmarkt. „Ich möchte unter anderem alte Regale, Gläser und Deko-Sachen verkaufen – ich brauche Platz für Neues, der Frühling kommt“, sagt er und lacht.

Nicht nur Sven Brunner wird an diesem Samstag ab 10 Uhr in seinem Laden Dinge anbieten, auch die Besitzerin des „MAPA“, Tati, kommt vorbei, verrät er. Nachdem sie ihr Café zu einer Bar verwandelte, sind nun Einrichtungsgegenstände übrig, die nicht mehr zum aktuellen „MAPA“-Konzept passen. „Es wird bunt“, sagt Sven Brunner mit einem Augenzwinkern.

Weiterlesen »

keine Kommentare
28. Februar 2017

Heimat: „Schwanger“

Freude, überall!

Wenn man den 30. Geburtstag überschritten hat, kommen die Einschläge näher: Wir heiraten, wir sind schwanger. Hurra, ein Baby. Es vergeht inzwischen kaum mehr ein Monat, ohne dass mir Freunde mit solch netten Botschaften gegenüberstehen. Ich freue mich dann mit, umarme und spreche Glückwünsche aus – ehrlich und von tiefstem Herzen. Nur bei meiner besten Freundin, da musste ich ganz kurz Luft holen.
Weiterlesen »

keine Kommentare
26. Februar 2017

Heimat: „Ein Mittag bei ,SOUP DU JOUR'“

Das sind Melina, Katharina und Sarah vom Verein „SOUP DU JOUR“.

Austausch mit Suppe

Langsam schiebt der ältere Herr seinen Rollator über das Kopfsteinpflaster am Werderplatz, es ruckelt leicht, sein Vorankommen ist schleppend, doch zielorientiert: Er möchte zum Pavillon des Vereins „SOUP DU JOUR“. Dort gibt es an diesem Samstag Suppe – auf Spendenbasis, nach dem Prinzip: Jeder bezahlt soviel er kann und möchte. „Darf ich einen Nachschlag haben“, fragt der ältere Herr nun Sarah von Keudell, die an diesem Morgen hinter der Theke gerade die Bestellungen entgegennimmt. „Klar, sehr gerne“, antwortet sie ihm, nimmt seinen Pappteller entgegen und dreht sich um zu dem großen Warmhaltebehälter, in dem sich 80 Liter dampfende Wirsing-Kartoffel-Möhrensuppe befinden.


Weiterlesen »

keine Kommentare

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@mademoiselle_miriam