17. März 2013

Flimmerkasten: “Downton Abbey”

“Miriam, du musst  Downton Abbey schauen – unbedingt!” Von gleich zwei unterschiedlichen Freundinnen hörte ich diesen Satz vor etwa einem halben Jahr. Ich war gespannt, bestellte mir schnell die erste Staffel und setzte mich an einem trüben Herbstabend erwartungsvoll vor den Fernseher.

“Downton Abbey” ist eine Kostümserie und spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hinter der Idee und dem Drehbuch steckt Oscar-Preisträger Julian Fellowes. Die adelige Familie von Grantham steht im Mittelpunkt der Handlung: das Ehepaar Robert und Cora sowie ihre drei Töchter Mary, Edith und Sibel. Ein männlicher Erbfolger fehlt. Damit herrschaftliches Anwesen und Erbe in der Familie bleiben, soll Mary einen Cousin ersten Grades heiraten, dieser stirbt jedoch beim Titanic-Untergang. Somit wird der entfernte Verwandte Matthew Crawley der nächste in der Erbfolge. Er ist ein bodenständiger Anwalt und bringt mit seiner Mutter einigen Schwung nach “Downton Abbey”.

Als ich die erste Folge gesehen hatte, war ich noch ein wenig unsicher. Soll das tatsächlich eine Serie sein, die mir ans Herz geht? Ein wenig langatmig empfand ich den Auftakt. Aber wenige Tage später schaute ich dann doch die zweite Folge, relativ schnell die dritte und plötzlich hatte ich viel Spaß damit. Die erste Staffel hat insgesamt nur sechs Folgen, die alle knapp eine Stunde lang sind.

Was mir gefällt, sind die vielen netten Details der Kulisse. Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Es ist interessant zu sehen, wie die Dienstboten und Angestellten im unteren Teil des Anwesens hausen und welche Arbeiten sie zu erbringen haben. Die Zeitung wird beispielsweise morgens gebügelt, damit der adelige Herr keine schmutzigen Finger von der Druckerschwärze bekommt.

Auch die Charaktere sind facettenreich. Die drei Töchter sind grundverschieden. Es wird deutlich, wie eingeschränkt Frauen in dieser Gesellschaftsschicht waren – und wieviel von der “richtigen Heirat” abhing. Viele Frauen müssen sich wohl schrecklich gelangweilt haben.

Was ich auch gerne mag, ist, dass die Serie in das politische Geschehen eingebettet ist. Der Erste Weltkrieg bricht aus, im Anwesen wird ein Genesungsheim für Verwundete eingerichtet. Die körperlichen und seelischen Qualen der Soldaten werden gezeigt, posttraumatische Störungen thematisiert. Außerdem werden technische Neuheiten der damaligen Zeit miteinbezogen: Dem elektrischen Licht gegenüber herrschte beispielsweise noch ein wenig Skepsis.

Außer den typischen Liebesverwirrungen passieren sehr skurille und amüsante Geschichten. Allein die Folge mit dem türkischen Diplomaten blieb mir sehr im Gedächtnis. Poor Mr. Pamuk.

Kurzum: Ich mag “Downton Abbey” inzwischen sehr gerne. Großartig finde ich Maggie Smith als Violet Crawley. Sie ist die Mutter von Robert, ein alter Drachen, der alles bestimmen möchte. Momentan bin ich bei den letzten Folgen der zweiten Staffel und bin gespannt, was noch alles passiert.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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