4. Mai 2013

Flimmerkasten: “Beginners”

“Ich bin schwul.” Hal (Christopher Plummer) ist 75 Jahre alt, als er das seinem Sohn Oliver (Ewan McGregor) erzählt. Hals Frau starb wenige Monate zuvor – nach 44 Jahren Ehe. Nun möchte der 75-Jährige nochmals richtig leben. Geht raus, lernt Andy kennen, verliebt sich. Doch dann wird er krank: Krebs. Unheilbar. Vater und Sohn bringt diese Diagnose aber näher zusammen.

“Beginners” legte mir ein Freund ans Herzen. “Miriam, du wirst diesen Film sehr mögen.” Also lieh ich mir die DVD aus, schaute ihn gestern Abend. Und bin in der Tat sehr angetan.

Der Film von Mike Mills aus dem Jahr 2010 ist nicht chronologisch aufgebaut. Verschiedene Handlungsstränge entstehen dadurch. Am Anfang ist Hal bereits tot und Oliver befindet sich in seiner alten Wohnung, räumt aus. Er kümmert sich um Jack Russel Terrier Arthur und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Immer wieder erinnert sich Oliver an alte Zeiten. Als er noch ein Kind war und ein sehr spezielles, aber liebevolles Verhältnis zu seiner Mutter hatte. Sie litt sehr unter ihrem scheinbar emotionslosen Mann.

Immer wieder blitzen bei Oliver aber auch die letzten Monate mit seinem Vater auf. Wie sie zusammen Zeit verbringen, reden und gemeinsam die schwere Zeit durchstehen.

Und dann gibt es noch die Zeit nach dem Tod seines Vater: Oliver lernt auf einer Kostümparty (er ist Sigmund Freud) Anna (Mélanie Laurent) kennen. Sie ist als Charlie Chaplin vekleidet, legt sich bei ihm auf die Couch – und bleibt entsprechend stumm. Die beiden verlieben sich, doch Oliver wird von seiner Angst vor festen Beziehungen eingeholt.

“Beginners” ist ein sehr leiser und ruhiger Film. Voll mit Gefühlen. Kitsch entsteht dabei aber für keine Sekunde. Es ist ein Film fürs Herz, bei dem ich jede Sekunde genoß. Besonders machen den Film auch kleine Spielereien. Comic-Montagen, Fotografien aus verschiedenen Jahrzehnten (welcher Präsident reagierte gerade, wie stand es um die Homosexuellen, wie rauchten die Menschen?) und die Untertitel für Hund Arthur. Toll.

Oliver dabei zuzuschauen, wie er sein Leben mithilfe von Erinnerungen sortiert, neu beginnt, das sind 105 Minuten, die sich sehr lohnen. Auch wegen der Schauspieler. Ich werde mir die DVD kaufen.

(Visited 33 time, 1 visit today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@mademoiselle_miriam