27. Mai 2013

Flimmerkasten: “Before Midnight”

Selten bin ich montags vor 23 Uhr zu Hause. Montag ist mein Sneak Preview-Tag, seit Jahren. Viele interessante Filme sah ich bereits (Holy Motors, Drive, Nader und Simin, Samsara, Drei-Zimmer-Küche-Bad), aber auch Filme, die eher anstrengend waren (Ein freudiges Ereignis, Nachtlärm). Sie hätte ich mir freiwillig wohl nicht angesehen. Meist hielt ich trotzdem tapfer durch. Vor wenigen Wochen war aber genug. “Charlies Welt” trieb mich förmlich aus dem Kino. Und auch heute musste ich nach knapp einer Stunde raus. Raus. Der Grund: “Before Midnight”.

“Before Midnight” komplettiert die Triologie um “Before Sunrise” und “Before Sunset”. Im Mittelpunkt stehen die Französin Celine (Julie Delpy) und der Amerikaner Jesse (Ethan Hawke). Sie lernen sich im ersten Teil mit 23 Jahren kennen, sind zu Beginn des zweiten Teils wieder getrennt, finden dann aber erneut zusammen. In “Before Midnight” sind sie nun 41 Jahre alt, haben gemeinsam Zwillingsmädchen und Jesse darüber hinaus noch einen 13-jährigen Sohn. Dieser lebt bei seiner Mutter. Jesse bringt ihn während eines Griechenland-Urlaubs zurück an den Flughafen, alleine fliegt der 13-Jährige früher nach Hause. Jesse wird sentimental. Es ist die erste Szene des Films und der Beginn einer Aneinanderreihung von Banalitäten.

Es folgen die Erlebnisse von Jesse und Celine bis zur Mitternacht (vermute ich nun mal, das Ende sah ich ja nicht). Das Ehepaar sitzt lange im Auto, sie hantiert mit ihrem Handy herum, er klaut seiner kleinen, schlafenden Tochter den Apfel. Es geht um ihren Job, um ihre Beziehung und ich fragte mich nur: “Wie langweilig kann denn bitte ein Film anfangen?!” Und es wird nicht besser, die Dialoge sind langatmig, pseudophilosophisch, die “humorvollen” Szenen teilweise zum Fremdschämen. Auch die Kameraführung ist streckenweise eher fragwürdig, ebenso wie die Synchronisierung.

Es wird schnell klar, dass das Paar nun in so etwas wie einer Krise steckt. Die Probleme wirken aber eher konstruiert und nicht wirklich bedrohlich. Ein Spaziergang und eine Nacht in einem besonderen Hotel sollen Celine und Jesse wieder enger zusammenbringen. Das kann man sich antun, muss man aber definitv nicht. Zeitverschwendung.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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