4. Juni 2013

Flimmerkasten: “English Vinglish”

Kinostart 27. Juni

Sie sind bunt, schräg und ziemlich kitschig: An Bollywood-Filme hatte ich mich bislang noch nicht rangewagt. Dass ich daran tatsächlich Gefallen finden könnte – das lag außerhalb meines Vorstellungsvermögen. Nun wurde ich gestern mit der indischen Komödie „English Vinglish“ (deutsch: Englisch für Anfänger) konfrontiert. Und ich wurde bestens unterhalten – auch wenn der Film einfach zu viel von allem ist, vorhersehbar und die Witze teilweise schrecklich banal sowie zum Kopfschütteln sind. Aber ich hatte eine Menge Spaß und habe mich keine Sekunde gelangweilt. Manchmal muss Kino nicht mehr sein.

Die Hauptrolle spielt Sridevi. Sie war in den 1980ern und 1990ern ein großer Star in Indien. 1997 zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück – und feiert nun in „English Vinglish“ ihr Comeback. Dass sie inzwischen schon 50 Jahre alt ist, das ist bei ihrem Anblick kaum zu glauben.

Im Film spielt sie Shashi, eine konservative Inderin, die sich hauptsächlich um ihren Mann und ihre zwei Kinder kümmert. Ihre große Leidenschaft ist das Kochen, ihre Bildung eher mangelhaft. Das ist auch der Grund, warum sie sowohl von ihrem Mann als auch ihren Kindern belächelt und aufgezogen wird. Respekt erfährt sie innerhalb der Familie keinen, was ihr immer wieder sehr zusetzt.

Um ihrer Schwester bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen, muss Shashi für fünf Wochen alleine nach New York fliegen. Da sie nur sehr schlecht Englisch spricht, gestaltet sich dieses Unterfangen als eher schwierig. Shashi leidet. Immer wieder kullern Tränen aus ihren großen Augen. Doch dann beschließt sie, einen Englischkurs zu machen – und so wendet sich das Blatt.

Der Film dauert 2 Stunden und 14 Minuten. Nach der Hälfte ist eine rund zehnminütige Pause eingebaut, was aber bei der bunten Bilderflut ganz angenehm ist. Am schrägsten sind wohl die Lieder, die immer wieder gesungen werden. Die Texte sind kitschiger als so mancher Schlagersong. Stört aber eigentlich auch nicht. Wer es in das Kino schafft und nicht nach den ersten Minuten gleich wieder aus dem Saal flüchtet, erlebt eine herzerwärmende Komödie, die federleicht ist und Freude bereitet.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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