26. Juni 2013

Flimmerkasten: “Das Glück der großen Dinge”

Kinostart: 11. Juli

Wäre ich nicht sehr friedliebend, hätte ich mit den zwei lärmenden Jungs neben mir spätestens nach 45 Minuten eine Diskussion angefangen. „Ist das langweilig“, drang es im Kino ständig an mein Ohr. „Da passiert ja gar nix.“

Doch. In „What Maisie knew“ (in Deutschland läuft der Film unter: “Das Glück der großen Dinge“) passiert sehr wohl was. Es sind dabei vor allem die kleinen Details, die verzaubern. Ein riesiges Vergnügen: Onata Aprile, die Maisie spielt. Allein wegen ihr ist es schon wert, sich diesen Film anzuschauen.

Zugegeben: Es ist ein sehr langsamer Film, die Handlung wäre in der Tat ohne Probleme in 20 Minuten erzählt. Mit dabei sind unter anderem Julianne Moore und Steve Coogan. Die Beiden spielen ein egozentrisches New Yorker Paar (Sie: eine in die Jahre gekommene Rock-Sängerin. Er: ein schnöseliger, selbstverliebter Kunsthändler). Sie streiten nur noch, trennen sich. Das Sorgerecht für die sechsjährige Tochter Maisie müssen sie sich teilen. Während die Frau mehr mit sich selbst, ihrer Musikkarriere und Alkohol sowie Zigaretten kämpft, ist er hauptsächlich mit seinem Geschäft beschäftigt.

Beide zerren sie an ihrer Tochter, nehmen sich aber kaum Zeit für sie. Wenn sie da ist, sind die Eltern mit ihren Gedanken meist ganz woanders. Richtig kompliziert wird es für das kleine Mädchen, als ihr Kindermädchen plötzlich die neue Frau ihres Vaters ist und ihre Mutter einen viel jüngeren Barkeeper heiratet. Maisies Leben: eine Herausforderung.

„What Masie knew“ zeigt ganz schonungslos, wie hin- und hergerissen ein Scheidungskind ist. Fehlende Zeit und Gefühle werden mit Geschenken kompensiert. Maisie hat ein Zimmer voll mit Spielsachen, eigentlich ein Paradies. Aber nicht, wenn ehrliche Zuneigung ständig auf der Strecke bleibt.

Trotz dieser Thematik ist der Film weder schwer, noch sentimental. Vielmehr sind die Bilder wunderschön, immer wieder fokussiert die Kamera kleine Dinge, die Kleider von Maisie sind traumhaft. Aber auch der Soundtrack ist toll. Julianne Moore singt viele Songs. Ein Film fürs Herz.

Ein wenig erinnert mich „What Maisie knew“ an „Somewhere“ von Sofia Coppola. Wer daran Gefallen fand, wird auch eine gute Zeit mit der sechsjährigen Maisie haben. Entschleunigung.

One thought on “Flimmerkasten: “Das Glück der großen Dinge”

  1. River sagt:

    If time is money you’ve made me a weelthiar woman.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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