6. Juli 2013

Flimmerkasten: “Lincoln”

Bürgerkrieg, Sklaverei und ein Präsident aus dem 19. Jahrhundert, der Barack Obama als Vorbild dient: Schon als ich im Kino das erste Mal den Trailer für „Lincoln“ sah, war mir klar: Diesen Film muss ich sehen. Bin ich doch ein großer Fan von Filmen, Serien und Büchern, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Ins Kino schaffte ich es nicht, bestellte mir aber vor Wochen die DVD. Da ich nun die ganze Woche krank im Bett lag, hatte ich genügend Zeit, mir das 149 Minuten lange Werk von Steven Spielberg anzuschauen.

„Lincoln“ spielt im Jahr 1865. Es tobt ein blutiger Kampf zwischen den Rebellen im Süden, die sich im Norden eine Legalisierung der Sklaverei wünschen, und den Neuengländern, die diese ablehnen. Der republikanische Präsident Abraham Lincoln möchte nun einen 13. Verfassungszusatz durchbringen, der die Sklaverei verbietet. Dabei wird er von verschiedenen Motiven getrieben: Er ist zwar kein Freund dieses menschenverachtenden Handels, primär geht es ihm aber darum, den Krieg zu beenden, auch vor dem Hintergrund, dass sein ältester Sohn Robert zum Militär möchte und Lincolns Frau Molly daran zu zerbrechen droht. So beginnt der Präsident nötige Stimmen bei den Demokraten teils durch Überzeugung zu sammeln, teils durch Bestechung.

Kutschen, Perücken, ausladende Kleider: Es ist eine Reise ins 19. Jahrhundert. Es ist dabei sehr interessant, den Debatten im Kongress zu lauschen – an denen damals nur Männer teilnehmen durften. Die Politik war noch eine komplett andere Welt. Ein Wahlrecht für Frauen und Dunkelhäutige? Unvorstellbar. Vor diesem Hintergrund ist es schön zu sehen, was sich in den vergangenen 160 Jahren doch alles getan hat. In den USA regiert mit Barack Obama ein dunkelhäutiger Präsident. Und wer weiß, was Hillary Clinton noch alles vorhat.

„Lincoln“ lohnt sich auf jeden Fall anzuschauen. Interessant ist der Blick in das schwierige Privatleben des Präsidenten und seiner Frau Molly. Das Ehepaar verlor ihren Sohn Willi. Molly trauert und scheint mit den Nerven völlig am Ende. Lincoln wirkt oft sehr kühl und distanziert. Auch seine Konflikte mit dem ältesten Sohn Robert und dem kleinen Ted, der unbeschwert aufwachsen soll, werden dargestellt.

Am Anfang des Filmes musste ich mich erst an die Dialoge und die Sprache gewöhnen. Unbeschwertes Popcorn-Kino ist das nicht. Aber umso länger die Geschichte voranschreitet, desto mehr wurde ich von dem Film in den Bann gezogen. Daniel Day-Lewis ist großartig. Und die letzten 45 Minuten berührten mich emotional sehr.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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