2. August 2013

Flimmerkasten: “Trance – Gefährliche Erinnerung”

Kinostart: 8. August

Etwa 16 Jahre war ich alt, als ich „Trainspotting“ zum ersten Mal sah. Ähnlich wie bei „Kids“ spukten mir damals noch Wochen danach die Bilder im Kopf herum, verfolgten mich. Lange Zeit war für mich der Name Danny Boyle untrennbar mit dem Schicksal von Mark Renton verbunden.

So lange, bis der britische Regisseur das Buch „Rupien, Rupien“ unter dem Titel „Slumdog Millionäre“ auf die Kinoleinwand brachte. Bedrückendes Drama vs. bunter Unterhaltungsfilm. Überrascht war ich, wie unterschiedlich die Werke von Boyle ausfallen können. Als ich bemerkte, dass der Thriller „Trance – Gefährliche Erinnerung“ ebenfalls ein Werk von Danny Boyle ist, war ich umso mehr neugierig, was nun auf mich zukommt.

Ich bin enttäuscht. „Trance – Gefährliche Erinnerung“ macht wirklich keine Freude. In dem Film verschwimmen Sein und Schein. Was Realität, was Einbildung ist, das ist irgendwann nicht mehr klar. Verschiedene Ebenen können wie in “Inception” oder “Matrix” spannend sein. In diesem Fall nervt es aber kolossal.

Dabei beginnt es fulminant. Der Auktionator Simon (James AcAvoy) versucht den Raub eines wertvollen Gemäldes zu verhindern. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, er wird niedergeschlagen. Jedoch: Simon ist selbst Teil der kriminellen Bande, wegen Spielschulden in diese Misere geraten und muss beim Diebstahl helfen. Durch einen Schlag auf den Kopf weiß er aber nicht mehr, wo er das Gemälde versteckt hat. Er leidet an Amnesie. Hypnose bei der Psychologin Elizabeth (Rosario Dawson) soll helfen, diese zu überwinden.

Bis dahin ist alles gut, dann wird es aber immer kurioser. Was Simon tatsächlich erlebt, was nicht, das wird immer mehr in Frage gestellt. Laute Musik und dunkle Bilder verstärken das Rätsel. Für meine Nerven war das irgendwann nicht mehr lustig, Gemetzel, Folter, völlig entstellte Leichen. Herzlichen Dank, aber so etwas brauche ich einfach nicht.

Nach etwa 60 Minuten ist dann soviel Chaos in der Handlung, dass bei mir die Spannung nachließ und ich nur noch wollte, dass es bald vorbei ist. Am Ende schließt sich der Kreis zwar wieder, die Geschichte wird weitgehend klar, aber ein wirklich befriedigendes Gefühl stellt sich nicht ein.

Trost: Die Schauspieler sind toll. Vor allem Vincent Cassel und Rosario Dawson. Letztere sieht einfach nur unglaublich gut aus. Aber deshalb sollte keine teure Kinokarte bezahlt werden. Lieber nochmals „Trainspotting“ schauen, “Rupien, Rupien” lesen oder warten, bis „Trance – Gefährliche Erinnerung“ um 22.15 Uhr auf Pro7 oder RTL läuft.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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