1. Oktober 2013

Schmöker: “Ich hatte sie alle” von Katinka Buddenkotte

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Die schlimmsten Jobs, die miserabelsten Lebensabschnittgefährten, die abgefahrensten Ideen und die übelsten Krankheiten – als ich diese Aufzählung auf dem Buchrücken von „Ich hatte sie alle“ las, musste ich doch ein wenig schmunzeln. Zum Geburtstag bekam ich das Werk von Katinka Buddenkotte geschenkt. Parallelen zu meinem oftmals chaotischen Leben: nicht ausgeschlossen.

Laut dtv ist Katinka Buttenkotte das „Fräuleinwunder der deutschen Underground-Literatur“. Die 37-jährige Autorin ist auf Poetry Slams unterwegs und hatte bereits die verschiedensten Jobs. Sie arbeitete unter anderem in einem Call-Center und einer Düsseldorfer Werbeagentur. Was Katinka Buddenkotte dort erlebte, erzählt sie ein wenig überspitzt in „Ich hatte sie alle.“

Was auf Lesungen und Poetry Slams wohl noch ganz gut funktioniert, das war für mich in gedruckter Version an manchen Stellen viel zu viel des Guten. Von der ersten bis zur letzten Seite hatte ich das Gefühl, dass Frau Buddenkotte gerne übertreibt.

Beispiele? Gerne. „Interview mit einem Vamp“, so lautet der Titel des ersten Kapitels. Inhalt: Katinka Buddenkotte hat ein Vorstellungsgespräch bei der Plattenfirma „BMG“. Mit ihrem Freund Vassili bereitet sie sich vor. Resultat: Statt Business-Dress trägt sie danach ein Männerhemd und hat Beruhigungstropfen + Wodka intus. Dass das Bewerbungsgespräch so nicht klappen kann ist wenig verwunderlich. Es endet vielmehr in einer Aneinanderreihung von Kuriositäten – bis hin zur Ohnmacht.

„Nun ja“, dachte ich da noch. Skurriler Einstieg eben, wird besser werden. Frau Buddenkotte erzählt dann von ihren Erfahrungen im Call-Center. Dort soll sie verzweifelten Singles, die via Handy auf der Suche nach Liebe und einem Partner sind, zurückschreiben. Gleich mehrere Suchende bekommt sie zugeteilt – unterschiedlichen Geschlechts. Ganz schön durcheinander kommt sie dabei und stiftet allerhand Chaos.

Insgesamt 20 solcher Kurzgeschichten beinhaltet „Ich hatte sie alle“. Manchmal holpern sie etwas mehr und manchmal etwas weniger, aber das Gute ist: Sie sind alle sehr kurzweilig. Ich las das Buch meist im Zug auf dem Weg von der Arbeit nach Hause – für solche Zwecke ist es bestens geeignet. Einfache Unterhaltung, die nicht weiter fordert und mich dann doch ab und an zum Lachen brachte.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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