23. Oktober 2013

Fernweh: “Susanne Trumpf”

Susi

Das ist Susi

Es ist ein grauer, kalter Januarmorgen, als Susanne Trumpf am Karlsruher Hauptbahnhof in einen ICE Richtung Frankfurt steigt. Einen großen Rucksack trägt sie auf ihren Schultern, eine Tasche hängt schwer um ihren zierlichen Oberkörper, darin liegt sicher verstaut: ein One-Way-Ticket nach Hongkong.Es ist eine Reise ins Ungewisse: Ihren Job als Architektin hat die 29-Jährige kurz zuvor in Berlin gekündigt, das WG-Zimmer in Neukölln leer geräumt. Ihre Sachen sind nun bei ihrer Familie in der Nähe von Karlsruhe untergestellt. „Ein wenig Herzklopfen hatte ich schon, als ich am Flughafen in Frankfurt ankam“, erinnert sie sich. „Aber ich hatte große Lust auf eine neue Herausforderung.“

Vieles ist noch offen bei ihrer Ankunft in Hongkong: Die Architektin hat noch keine Wohnung, keinen Job – aber auch keine Angst. Optimistisch ist sie. „Wird schon werden“, sagt sie sich. Und behält recht.

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Nach neun Monaten hat sie sich in Hongkong bestens eingelebt. Sie wohnt in einer kleinen Wellblechhütte auf einem Hochhaus, hat eine Festanstellung in einem Architekturbüro und plant dort gerade ein Projekt in Vietman.

Damit nicht genug der Abenteuer: In diesen Tagen trainiert die 29-Jährige in jeder freien Sekunde für den Oxfam-Trailwalker, den längsten Charity-Lauf der Welt. Diese sportliche Herausforderung findet am 15. und 16. November in Hongkong statt. Bis dahin muss Susanne so fit sein, dass sie in einem Team mit drei chinesischen Männern innerhalb von 30 Stunden 100 Kilometer laufen kann.

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Es geht vorbei am Meer, hinauf auf Berge und wieder hinunter: „Die Vorbereitung für den Lauf ist hart“, sagt Susanne. Zahlreiche Höhenmeter muss sie bewältigen. Da sie an den Wochentagen normal arbeitet und es tagsüber sehr heiß ist, trainiert die Architektin meist am Abend und nachts. „Mit einer Kopflampe funktioniert das ganz gut“, erzählt sie. Ein Rucksack mit einem Wassertank trägt sie dann immer auf ihren Schultern.

Ihr Trainingsteam besteht aus elf Männern. „Ich bin nicht nur die einzige Frau, sondern auch die einzige Ausländerin – aber alle nehmen Rücksicht auf mich und sprechen englisch miteinander, wenn ich dabei bin“, sagt sie. So funktioniert die Kommunikation ganz gut.

1229937_10151803164131259_2014737967_n Laut Oxfam werden durch den Trailwalker unterschiedliche Projekte in Afrika und Asien unterstützt. Ziel ist es, Nahrung in der Welt gerechter zu verteilen. Allein in Hongkong nahmen seit 1986 mehr als 77.000 Läufer teil. Die Spenden kommen zusammen durch Firmen, Institutionen oder auch Privatpersonen, die die Läufer finanziell unterstützen. „In Hongkong müssen es pro Team mindestens 680 Euro sein“, sagt Susanne.

Nicht nur die 100 Kilometer zu bewältigen ist dabei eine Herausforderung für die Architektin. Auch um den Lauf herum muss einiges organisiert werden. „Wir benötigen beispielweise ein eigenes Support-Team“, erklärt sie. Dieses hält dann an der Strecke Wechselklamotten bereit und versorgt die Läufer an verschiedenen Stützpunkten mit Trinken und Snacks.

Es sind viele unbekannte Variablen, mit denen Susanne in den nächsten Wochen durch den Trailwalker konfrontiert wird. Aber die Architektin ist zuversichtlich. „Wird schon werden“, sagt sie und lacht.

Info:
Auch in Deutschland und vielen anderen Länder werden die Läufe von Oxfam angeboten. http://trailwalker.oxfam.de/Hom

Ich drücke dich ganz fest in Gedanken, liebe Susi. Viel Erfolg!

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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