17. November 2013

Schmöker: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” von Joel Dicker

Spannend und gut: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert”

Eine Mischung aus Gesellschaftsroman, spannendem Krimi und Liebesgeschichte: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” hat mich in den vergangenen Tagen komplett in den Bann gezogen. 

Von der Buchhandlung zu Hause angekommen, fing ich direkt an zu lesen und konnte gleich am ersten Abend drei Stunden lang nicht mehr damit aufhören. In kürzester Zeit war ich gedanklich nach Aurora, einer Stadt in New Hampshire, gereist. Dort spielt sich die Geschichte von Joel Dicker zum größten Teil ab.

Ein Mord an Nola!

Im Mittelpunkt stehen Marcus, ein aufstrebender Schriftsteller, und sein alter Professor sowie Freund Harry. Es ist das Jahr 2008, kurz vor der US-Präsidentschaftswahl: Marcus lebt in New York, leidet an einer Schreibblockade, kommt mit seinem zweiten Roman nicht voran. Sein Verlag sitzt ihm im Nacken, er ist verzweifelt.

Alles ändert sich schlagartig, als Harry in Aurora plötzlich verhaftet wird. Der Vorwurf: Er soll im August 1973 die damals 15-jährige Nola ermordet haben. Marcus glaubt fest an Harrys Unschuld, reist in die Kleinstadt, um seinem alten Freund zur Seite zu stehen und die Wahrheit herauszufinden.

Das Besondere an dem Buch ist, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Vielmehr bringt Joel Dicker dem Leser über verschiedene Zeitsprünge die tragische Liebesgeschichte von Harry und Nola näher. Sehr viel Freude und Vergnügen hatte ich dabei auf jeder einzelnen der mehr als 700 Seiten. Ich konnte und wollte das Buch nicht mehr weglegen, schleppte es in meiner Tasche überall mithin, las in jeder freien Sekunde. Das Werk des Schweizers ist einfach, aber nicht trivial geschrieben und ließ mich nicht mehr los. Unbedingt wollte ich wissen, ob Harry schuldig ist oder nicht.

Wunderbar für triste Herbsttage

Außerdem ist Joel Dicker durch seine facettenreichen Protagonisten und der genauen Beschreibung ihrer Lebensgeschichten ein sehr mitreißender Gesellschaftsroman gelungen, der mich oft an die Werke von Jonathan Franzen erinnerte.

Im letzten Drittel des Buches überschlagen sich zwar ein wenig die Ereignisse. Es hätten auch weniger verzwickte Zusammenhänge gereicht, gleichwohl: „Die Wahrheit über den Fall Quebert“ lässt sich wunderbar lesen, ein fabelhaftes Buch für triste Herbsttage.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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