17. Dezember 2013

Flimmerkasten: “Saving Mr. Banks”

Kinostart: 6. März 2014

Und weil heute dieser schöne Film endlich anläuft, nochmals der Text von 17. Dezember 2013 ganz oben:

Superkalifragilistischexpiallegetisch – ich liebe Mary Poppins. Schon als Kind begeisterte mich das herzensgute Kindermädchen. Die Sympathie erlosch nie. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit gehört das Filmmusical zum Pflichtprogramm, bevorzugt mit Waffeln und einem leckeren Heißgetränk.

Wer Mary Poppins erschuf und wie der Film entstand – darüber machte ich mir trotzdem nie Gedanken. Auch dass es Bücher gibt, war mir nicht bewusst. Das Kindermädchen der Familie Banks war für mich schlichtweg eine unglaublich liebenswerte Filmfigur – nicht mehr und nicht weniger.

Dass Mary Poppins aber soviel mehr als das ist, wurde mir nun gestern Abend dank „Saving Mr. Banks“ klar. Sehr ans Herz ging mir dieser Film, der auf wahren Begebenheiten beruht.

„Saving Mr Banks“ erzählt von der Kindheit der Mary Poppins Autorin P.L. Travers Anfang des 20. Jahrhunderts. Außerdem wird gezeigt, wie hart die Verhandlungen zwischen ihr und Walt Disney in den 1960er-Jahren waren. P.L. Travers weigerte sich jahrzehntelang die Rechte zu verkaufen. Aus Geldnot lässt sie sich dann doch auf ein Treffen mit Disney ein und fliegt für die Verhandlungen von London nach Los Angeles – übellaunig und voller Skepsis.

Regisseur Robert Stevenson und die Shermann-Brüder, die für die Musik zuständig sind, können es ihr nicht recht machen. Das von ihnen konzipierte Film-Haus ist zu protzig, Mr. Banks’ vorgesehener Bart eine Katastrophe und animierte Pinguine gehen einfach gar nicht. Es sind zähe Verhandlungen und P.L. Travers ist bitterböse, zynisch und eiskalt. Warum das so ist, wird nun mit Rückblenden in ihre Vergangenheit gezeigt.

P.L. Travers wuchs als Helen Lyndon Goff mit zwei kleinen Schwestern in Australien auf. Zu ihrem Vater, einem alkoholabhängigen Banker, hat sie ein ganz inniges Verhältnis. Doch dessen unsteter Lebenswandel belastet die Familie, prägt das kleine Mädchen sehr. Mitanschauen zu müssen, was Helen Lyndon Goff in ihrer Kindheit widerfährt, bringt einen als Zuschauer teilweise an die Grenze des Erträglichen.

Doch trotz dieser traurigen Geschichte ist „Saving Mr. Banks“ ein unglaublich warmherziger und optimistischer Film. Die Rollen sind mit Tom Hanks, Emma Thompson, Colin Farrell, Jason Schwartzman und Ruth Wilson toll besetzt. Emma Thompson spielt die zickige und unausstehliche P.L. Travers so auf den Punkt, dass es einfach nur ein Genuss ist.

Traurig vs. kunterbunte Disney-Welt: Auch der Wechsel zwischen der Kindheitsgeschichte in Australien und den turbulenten Verhandlungen in den 1960-Jahren ist sehr gelungen.

Natürlich ist in einem Disney-Film alles ein wenig sentimental und wohl auch romantisiert. Macht aber nix in der Vorweihnachtszeit: Am Ende purzelten sowohl auf der Leinwand als auch im Kinosaal zahlreiche Tränen. „Saving Mr. Banks“ ist ein wunderbares Popcorn-Werk. Und nach dem Abspann verspürte ich nur noch das Bedürfnis: Ich muss sofort den „Mary Poppins“-Film nochmals anschauen. Sofort.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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