11. Januar 2014

Heimat: “Tango mit Theresa Obhof”

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Das ist Theresa.

Sobald die ersten Tangoklänge im großen Raum im AKK ertönen, vergisst Theresa Obhof die Welt um sich herum. Sie legt sanft ihre Arme um den Oberkörper ihres Tanzpartners, schließt die Augen und lässt sich vom Rhythmus der lateinamerikanischen Musik treiben. Sekunden, Minuten, Stunden. Tango ist Theresas Leidenschaft. Um mehr junge Karlsruher für den Tanz zu begeistern, bietet sie mit Gleichgesinnten jeden Montag zwischen 21 und 24 Uhr in der alten Sporthalle auf dem KIT-Campus die Möglichkeit, Grundschritte zu erlernen und Kontakte zu knüpfen – kostenlos. „TAKK – Tango im AKK“ lautet der Name der Veranstaltung.

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Salsa oder Tango? Diese Frage stellte sich die 26-Jährige vor knapp fünf Jahren. „Ich tanzte von klein auf gerne, probierte Unterschiedliches aus“, erzählt sie. Auf Zehenspitzen beim Ballett, zu Popmusik beim Jazzdance und mit einem Schulfreund bei klassischen Kursen. „Das reichte mir aber nicht mehr, etwas Neues sollte es sein“, sagt sie. Ihre Eltern tanzten bereits Tango, schwärmten davon. „So fiel meine Wahl darauf.“

Im Internet klickte sie sich durch verschiedene Seiten, fand im März 2009 ein passendes Angebot in Karlsruhe, nahm ihre ersten Stunden. „Zu Beginn hatte ich noch keinen festen Partner, musste mit unterschiedlichen Männern tanzen.“ Das änderte sich glücklicherweise ein knappes Jahr später. Die Biologie-Doktorandin fand so großen Gefallen an dem lateinamerikanischen Tanz, dass sie fünfmal die Woche mit ihm übers Parkett schwebte, zum Tango-Festival nach Brüssel fuhr. Die Leidenschaft war geweckt, wurde immer größer.

Drei Jahre lang nahm sie Kurse, oft bis spät in die Nacht. „Schnell machte ich Fortschritte, lernte viele Leute kennen“, erzählt die 26-Jährige. Theresa merkte aber auch, dass Tango schwerer ist als gedacht. Die Verbundenheit mit dem Partner sei groß, vieles laufe intuitiv ab – ohne verbale Kommunikation. „Das ist aber auch das Schöne daran.“

Im vergangenen Jahr fuhr Theresa für drei Wochen nach Argentinien, tanzte in Buenos Aires nächtelang durch, feilte mit Profis an ihrer Technik. „Wieder in Deutschland war die Sehnsucht danach riesengroß“, sagt sie mit einem wehmütigen Blick. „Ich wollte deshalb auch in Karlsruhe junge Tänzer zusammenbringen.“ Die 26-Jährige überlegte gemeinsam mit anderen Tango-Begeisterten, welche Möglichkeiten es gibt. „Es sollte unabhängig von einer bestimmten Tanzschule sein“, erklärt die Doktorandin. Vielmehr ein neutraler Ort, zu dem jeder kommen kann.

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Die Wahl fiel letztlich aufs AKK. Dort gibt es bereits seit längerer Zeit einen kostenlosen Übungsabend (Práctica), der aber nur mäßig besucht wurde, erzählt sie. „Wir machten deshalb gemeinsam Werbung, mit Erfolg.“ Inzwischen kommen jeden Montag etwa 30 Tango-Fans dorthin.

„Es ist aber kein klassischer Kurs“, betont Theresa. Vielmehr sei es ein offenes Angebot, auch zum Reinschnuppern. Tangomusik laufe den ganzen Abend und die erfahrenen Tänzer helfen den Anfängern. „Es hat sich so in den vergangenen Monaten eine kleine Gemeinschaft gebildet – und wir freuen uns, wenn noch mehr junge Tänzer dazu kommen“, sagt Theresa Obhof. Sie fliegt nun am 21. Januar erneut für knapp drei Wochen nach Buenos Aires, wird nächtelang tanzen und mit geschlossenen Augen die Welt um sich herum vergessen.

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Wer Interesse am TAKK hat, mehr Informationen hier:
http://www.akk.org/tanzen/
https://www.facebook.com/groups/600706246607864/

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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