1. Februar 2014

Melodien: “Ein Abend mit Vereinsheim Baldu (die VI.)”

Seine Erkältung hätte er am liebsten ins Weltall geschossen. Ging aber nicht. So stand Maxim am Freitagabend ein wenig blass und angeschlagen auf der Bühne in der Scenario Halle im Kulturzentrum Tempel. Machte letztlich aber überhaupt nichts. Der Sänger riss mit seiner leicht rauchigen und eindringlichen Stimme das Publikum mit – bedingungslos. Kurz vor Ende sorgte er mit „Soldaten“ für den Höhepunkt eines insgesamt eindrucksvollen Abend.

Vereinsheim Baldu die sechste: Komplett ausverkauft waren die beiden Veranstaltungen in Karlsruhe und Mannheim. Sehr zur Freude des Vorstands um Tommy Baldu (Schlagzeug), David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Ton) und Haegar (Visuals). Auch Arthur Braitsch gehört inzwischen zum festen Inventar des Vereinsheims; bereits seit Beginn sitzt er jedes Mal mit im musizierenden Kreis, begeistert an der Gitarre.

Bunt gemischt sind an diesem Abend die Gäste. Besonders Jemma Endersby sticht hervor. Einen kurzen, knallgrünen Overall trägt die englische Sängerin, eine Netzstrumpfhose mit Blumenstickereien dazu. Ihre experimentelle Duttfriseur sowie ihre große Brille lassen an ein Gesamtkunstwerk denken.

Aber nicht nur optisch haut Jemma Endersby um, auch ihre Stimme ist eindrucksvoll. Eine Prise Blues gepaart mit Soul, klar und sicher: Die Britin trifft jeden Ton. Bei dem mitschwingenden „Bubble“ zeigt sie, welche Energie in ihr steckt. Bei dem ruhigen „Fairytales“ wiederum, wie tief ihre Songs gehen. Ihr Mann Paucker, der an diesem Abend ebenfalls mit dabei ist, Bass spielt, lauscht der Stimme seiner Frau mit geschlossenen Augen.

„Es ist nicht einfach nun zu singen“, meint Tim Neuhaus dann mit einem Schmunzeln, als er nach Jemma Endersby die Bühne betritt. Seine Bescheidenheit: nicht notwendig. Der ehemalige Schlagzeuger der Clueso-Band zeigt sich als Singer/Songwriter äußerst versiert. Vor allem mit „As Life Found you“ zieht er das Publikum mit, geschlossen summt es die Melodie, hört gar nicht mehr damit auf. Und bei „Easy Or Not“ kommt dann auch Jemma Endersby wieder auf die Bühne, singt mit Tim Neuhaus gemeinsam den ruhigen Song.

Schwarze Cap, orange-schwarz gesteiftes Hemd und Vans – Maxim entspricht keineswegs dem Stereotypen des deutschen Popsängers. Hat er seine Wurzeln auch im Reggae-Bereich. Davon ist inzwischen nichts mehr zu hören. Maxim 2014: Eingängige Melodien, Texte rund um das Leben, nicht kitschig, sondern ehrlich, nachdenklich. „Soldaten“ lief im Radio hoch unter runter. „Rückspiegel“, „Haus aus Schrott“ und „Wut“ komplettieren seine Songauswahl an diesem Abend. Wunderbar.

Die nächste Vereinsheim Baldu-Veranstaltung ist am 23. Mai in Karlsruhe.

Zum Konzept der Veranstaltung: http://wp.me/p3915e-j5

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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