23. April 2014

Fernweh: “HK – Glücksspiele in ,Venedig'”

DSC_1024

Ka-Ching. Einen Ausflug nach Macao hatten wir wenige Tage nach unserem kulinarischen Desaster geplant. Rund 65 Kilometer ist die Stadt mit dem historischen Zentrum und dem inzwischen weltweit größten Glücksspiel-Paradies von Hongkong entfernt, ein Tagesvisum brauchten wir dafür, die Fähre sollte uns dorthin bringen.

Das Problem: Nicht nur neugierige Touristen möchten nach Macao, auch die Chinesen werfen gerne ihre Münzen in die einarmigen Banditen und setzen ihr Erspartes beim Roulette. Das Sechsfache von Las Vegas wird in Macao umgesetzt, schreibt die „Welt“, der Andrang ist groß. Und die Fähren sind sehr schnell ausgebucht. Rund um den Ticketschalter geht es zu wie an einem Basar.

Es war verhext an diesem Morgen. Lange mussten wir an der Ferry-Station warten – und kamen erst um 15 Uhr in Macao an. Zeitdruck hatten wir auch deshalb, da Susi am Abend auf ihrer Dachterrasse eine kleine Party mit ihren Freunden aus Hongkong und uns feiern wollte.

DSC_1018

Warten auf die Fähre…

DSC_1013

..an der Ferry-Station

DSC_1011

Aussicht.

Ein viel zu stark klimatisierter Shuttle-Bus brachte uns vom Hafen zum “Venetian Macao Resort Hotel”. 20 Minuten dauerte die Fahrt. Eiszapfen waren wird danach.
Die Ankunft vor dem Hotel war überwältigend. Ein riesen Gewusel herrscht dort vor dem Eingang, überall Spielfreudige und Shoppingwillige. Gibt es doch in dem riesigen Hotel außer dem Casino zusätzlich in der zweiten Etage viele Boutiquen. Von Zara bis Armani.

„No picture, please“: Was wir beim Pferderennen gewonnen hatten, wollten wir nun im Casino wieder einsetzen. Fotos gibt es davon leider keine, Aufnahmen sind nicht gestattet. Alles ist außerdem mit chinesischen Schriftzeichen erklärt. Unser Verständnis: null. So warfen wir lediglich zehn Hongkong-Dollar in die blinkenden Automaten. Der Erfolg stellte sich nicht ein. Wir resignierten.

Italienisches Flair mitten in Asien: Wir fuhren mit den Rolltreppen ein Stockwerk nach oben – und fanden uns in „Venedig“ wieder. So etwas Verqueres sahen wir selten. Wurde doch einfach die italienische Stadt in dem Hotel nachgebaut. Selbst an leicht verregneten Straßen und einem blauen Himmel mangelt es dort nicht. Einzig die Tauben fehlen. In einer Gondel ist es gar möglich, durch die Gassen und entlang der Boutiquen zu fahren. Ein Gondolier ist mit dabei, singt, klatscht in die Hände, verbreitet gute Stimmung. Verrückt.

DSC_1022DSC_1019DSC_1030DSC_1029
In die historische Altstadt von Macao schaffte es dann nur die Hälfte unserer Ausflugsgruppe. Ann-Sophie, Valerie und ich fuhren bereits um 19.15 Uhr wieder zurück – um Susi auf ihrer Dachterrasse Gesellschaft zu leisten. Wirklich gelohnt hat sich der Ausflug nach Macao (ohne die Altstadt zu sehen) keineswegs. Glücksspiele und künstlich nachgebaute Welten sind nicht meins. Die Menschenmassen waren mir zu groß. Allein die Fahrt mit der Fähre kostet mehr als 30 Euro. Das war es nicht wert.

One thought on “Fernweh: “HK – Glücksspiele in ,Venedig'”

  1. Katrin sagt:

    Vielleicht noch eine Ergänzung der Längerbleiber
    : Macao bzw. der historische Teil lohnt sehrsehr. Es ist eine krasse architektonische Kombination: portugisisches Baukunst – Hinterlassenschaften der Kolonialzeit – neben chinesischen Wolkenkratzern. Es wirkt surreal und lädt zum Stauen und Bewundern ein. :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@mademoiselle_miriam