22. Mai 2014

Schmöker: Mit Blick aufs Meer” von Elizabeth Strout

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Sie ist launisch, streng und ganz schön oft mürrisch – ein Leben an der Seite von Olive ist nicht gerade einfach. Vor allem ihr Ehemann Henry muss mit ihrem ständigen Gezeter leben. Zusammen wohnt das Ehepaar in Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine. Henry ist Apotheker, Olive Lehrerin. Über Jahrzehnte erfahren sie immer wieder, dass das Leben wunderbar, aber auch sehr hart sein kann.

„Mit Blick aufs Meer“ empfahl mir eine Freundin, als ich dringend ein schönes, aber keinesfalls kitschiges Buch zum Lesen suchte. Der Roman von Elisabeth Strout passt perfekt zu diesem Bedürfnis, zurecht wurde die Autorin mit dem Pulitzerpreis dafür ausgezeichnet.

Die einzelnen Kapitel sind wie eigene Kurzgeschichten konzipiert, sie bauen nicht aufeinander auf, die Protagonisten wechseln, jedoch ist alles chronologisch geordnet. Und immer mit dabei: Olive. Manchmal wird sie nur am Rande erwähnt, an anderer Stelle steht sie mit all ihren Gefühlen und Problemen im Mittelpunkt. Und oft ist Henry an ihrer Seite.

Magersucht, eine Geiselnahme oder Liebeskummer – ganz unterschiedliche Themen greift Elizabeth Strout auf, um zu zeigen, wie schwer das Leben sein kann. Jede Familie in Crosby kämpft mit ihren eigenen Problemen. Schwarz-Weiß-Malerei gibt es nicht. Kaum jemand ist per se gut oder schlecht. Es ist die Summe an Erfahrungen, die einen Menschen ausmachen. Das wird in jeder einzelnen Geschichte deutlich. Was prägte die Kindheit, wie verlief die erste Liebe? Wie groß sind die Demütigungen und Enttäuschungen?

An manchen Stellen machte mich „Mit Blick aufs Meer“ sentimental, vor allem wenn es ums Sterben ging. Aber das Werk von Elizabeth Strout ist sehr weise und wunderbar geschrieben. Unbedingt lesen!

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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