24. Mai 2014

Melodien: “Vereinsheim Baldu, die siebte.”

Und dann steht Max Prosa auf. All seine Wut über das Unrecht in dieser Welt spiegelt sich in seiner Haltung wider. Seine Arme finden keine Ruhe. Seine Mimik: verzerrt. Max Prosa lebt die Musik, wird nahezu eins mit dem Mikrofon. Den Song „Chaossohn“ singt er an diesem Abend im Kulturzentrum „Tempel“ für Menschen, die in Thailand unter den politischen Unruhen leiden. Voller Kraft, Leidenschaft. Überwältigend.

Mannheim, Karlsruhe, Worms: Die Jungs vom Vereinsheim Baldu sind wieder unterwegs. Dieses Mal im Mittelpunkt: Farao aus Norwegen, Emil Landman aus den Niederlanden und Max Prosa. Sie musizieren gemeinsam mit dem Vereinsheim-Vorstand: mit Tommy Baldu (Schlagzeug), David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Sound) und Haegar (Visuals). Außerdem sind Arthur Braitsch (Gitarre) und Paucker (Bass) erneut mit dabei.

Einfühlsame Popmusik: Emil Landman hat sichtlich Freude an diesem Abend. Mit seiner Gitarre sitzt er auf der kleinen Bühne, strahlt. Es sind ruhige Lieder, voller Sehnsucht, die der junge Niederländer mit seiner warmen, angenehmen Stimme singt. Vergangenes Jahr erschien seine Debüt-EP “A Bargain Between Beggars”. Vor allem „Leaves“ überzeugt. Wunderschön, zum Davonschweben.

Auch Farao begeistert mit eher ruhigen Songs, voller Melancholie. Schwermut. Die Lieder der norwegischen Sängerin, die derzeit in London lebt, gehen unter die Haut, lassen aufhören, zuhören. Ganz leise ist es bei „Skin“ im Raum, nur die Stimme der brünetten Sängerin durchdringt die Stille. Stundenlang könnte es so weitergehen.

Die meiste Aufmerksamkeit verschafft sich an diesem Abend jedoch Max Prosa. Es ist die Kombination aus seinen geistreichen Texten voller Poesie und seiner Ausstrahlung. Optisch erinnert er an eine Mischung aus Bob Dylan und Mick Jagger, seine Präsenz auf der Bühne ist gewaltig. Den Blick von ihm abzuwenden: unmöglich. Mit Songs wie „Flügel“ und „Zauberer“ zieht er das Publikum völlig in seinen Bann. Der Applaus ist am Ende riesig.

Das nächste Vereinsheim Baldu-Konzert ist am 31. Juli anlässlich des Zeltivals in Karlsruhe

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One thought on “Melodien: “Vereinsheim Baldu, die siebte.”

  1. Kerstin sagt:

    wunderbar geschrieben, genauso habe ich diese drei Abende auch empfunden

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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