22. Juli 2014

Heimat: “Werders Wohnzimmer mit ,die Anstoß e.V.'”

20140722-194725.jpgKunst inmitten von fünf Privatwohnungen, Kneipen und sogar einer Kirche – der  Ausstellungsrundgang „Werders Wohnzimmer“ findet am Samstag, 2. August, von 16 bis 21 Uhr zum vierten Mal statt. Seit 2011 gibt es die Veranstaltung in der Karlsruher Südstadt. Zum ersten Mal hat ihn nun der Verein „die Anstoß e.V.“ organisiert – und das Konzept ein wenig verändert. Lisa und Norina sind zwei von insgesamt zehn „die Anstoß“-Vereinsmitgliedern. Mit ihnen traf ich mich im „Gold“ auf einen Kaffee.

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Das sind Lisa (links) und Norina.

Ein neues Konzept

„Wir wollen mit ,Werders Wohnzimmer’ einen Überblick über die zeitgenössische Kunstszene in Karlsruhe schaffen“, sagen die beiden Studenten von der Hochschule für Gestaltung (HfG). Was neu ist? Mitten auf dem Werderplatz wird es einen Pavillon als zentrale Anlaufstelle geben, Flyer werden dort verteilt. Weitere Ausstellungsräume sind außerdem dazugekommen: unter anderem Planet Vélo, die Johanniskirche und Kopf & Kragen. Das Rahmenprogramm ist entsprechend breitgefächert: Es gibt Lesungen, Medienkunst und performative Installationen. „Mit ,Werders Wohnzimmer’ soll ein Anreiz geschaffen werden, Kunst nicht nur als elitäres Konsumgut wahrzunehmen“, erläutern Norina und Lisa. Es gehe darum, die durch Institutionen und Galerien entstehende Schwelle zwischen Betrachter und Werk zu verringern.

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Das Interesse von den Künstlern, beim Ausstellungsrundgang mitzumachen, war groß: „Wir konnten aus 70 Bewerbungen aussuchen“, erzählt Norina. „Unter anderem Jovana Reisinger wird um 20.45 Uhr eine Lesung veranstalten.“ Und auch die Künstler Erik Sturm und Ingrid Raab sind dabei.

„Glücklicherweise fanden wir mit dem Kulturbüro und der LBBW-Bank zwei Sponsoren.“ Sie ermöglichen es, dass die Künstler eine Aufwandsentschädigung bekommen und Installationen davon bezahlt werden können. „Wir wollen fair sein“, erläutert Norina. Die Ausbeutung der Künstler sei ihnen zuwider.

Unabhängig von der Kamuna

Die Veranstaltung zu organisieren, war gar nicht so einfach, betont Norina. „Am gleichen Tag ist auch die Kamuna – wir wollten eigentlich kooperieren.“ Dieser Vorschlag wurde aber nicht angenommen. „Deshalb läuft unsere Veranstaltung nun unabhängig davon“, erzählen Lisa und Norina.

Das Karlsruher Stadtleben bereichern

Seit Oktober 2013 gibt es „die Anstoß e.V.“ – ein Zusammenschluss von Studenten des KIT, der Kunstakademie, der Hochschule für Musik und der HfG. „Anregt wurde unsere interdisziplinäre Planungsgruppe von Benedikt Stoll“, berichtet Lisa. Er ist Architekturstudent am KIT und wollte Studenten der einzelnen Hochschulen vernetzen. „Es ist uns allen wichtig, das Stadtleben zu bereichern“, sagen Norina und Lisa. „Viele beklagen sich, dass hier nichts passiert und wollen nach dem Studium schnell wieder weg.“ Daran soll sich etwas verändern.

Erfolgreicher Start

„Wir arbeiten alle ehrenamtlich“, sagt Lisa. Die erste “die Anstoß”-Veranstaltung vor wenigen Wochen in der Günther-Klotz-Anlage war ein voller Erfolg. „Anlässlich des internationalen Restaurantdays haben wir Burger dort gemacht – rund 200 Leute kamen.“ Darunter auch Senioren, Jogger und Spaziergänger. „Das hat uns bestärkt.“ Für den Stadtgeburtstag im nächsten Jahr arbeiten sie außerdem an einem Kulturprogramm, das in einem Pavillon auf dem Karstadt-Hochhaus drei Monate lang stattfinden soll. „Wir sind gerne in Karlsruhe und wollen den kreativen Bereich stärken, damit die Stadt noch lebenswerter wird.“

Weitere Informationen unter
www.dieanstoss.de
www.facebook.com/events/837950869550302/

 

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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