22. August 2014

Flimmerkasten: “Das Mädchen Wadjda”

Sie trägt Chucks sowie Jeans unter ihrem Schleier und vertickt Mixtapes: Wadjda ist elf Jahre alt und weiß genau, wie sie am besten Geschäfte macht. Sie ist lebenslustig und voller Energie. Ihr größter Traum: Ein grünes Fahrrad, mit dem sie ein Rennen mit dem Nachbarsjungen fahren kann. Das große Problem: Wadjda lebt in Saudi-Arabien, dort ist das für ein Mädchen quasi unmöglich. Statt mit Rädern durch die Gegend zu flitzen, tragen bereits kleine Damen einen Schleier und müssen brav und anständig sein. Wadjda ist aber eine Kämpferin und gibt ihren Traum nicht so schnell auf.

Der Spielfilm der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ist der erste abendfüllende Streifen einer saudi-arabischen Regisseurin. Mit zahlreichen Preisen wurde der Film ausgezeichnet. Er lässt einen Blick in das alltägliche Leben des patriarchalisch-geprägten Saudi-Arabiens zu. Das ist ziemlich ernüchternd. Frauen werden ständig überwacht, dürfen selbst kein Auto fahren und sind von einem Mann abhängig.

Da Wadjdas Mutter keinen Sohn bekommt, sucht sich ihr Vater eine Zweitfrau. Die Familie bricht auseinander. Wadjda lässt sich aber nicht unterkriegen. Um an Geld für ihr Fahrrad zu kommen, meldet sie sich für einen Religions-Wettbewerb an und setzt sich erstmals mit dem Koran auseinander. Es bleibt dabei offen, ob es nur Mittel zum Zweck ist, um an ihr Fahrrad zu kommen, oder ob die Religion tatsächlich einen größeren Stellenwert für sie bekommt.

Da die Elfjährige unendlich viel Lebensfreude ausstrahlt, ist das Werk von Haifaa Al Mansour keineswegs schwer oder anstrengend. Vielmehr ist es ein Film, der sehr interessant und unwahrscheinlich kurzweilig ist.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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