22. September 2014

Flimmerkasten: “12 Years a Slave”

Nach 58 Minuten habe ich abgebrochen. Den Fernseher und den DVD-Player ausgemacht. Ich ertrug „12 Years a Slave“ einfach nicht mehr. Hatte genug von der rohen, barbarischen Gewalt. Und dem Wissen, dass all das keine Fiktion, sondern tatsächlich passiert ist.

Zartbesaitet, ein Mädchen-Verhalten? Vielleicht ist es das. Aber in Zeiten, in denen es von Konfliktherden in der ganzen Welt nur so wimmelt, Menschen sich quasi sekündlich gegenseitig abmetzeln, muss ich nicht meinen Sonntagabend damit verbringen, zuzuschauen, wie ein Mensch, nur weil er eine dunkle Hautfarbe hat, stundenlang an einem Strick baumelt. Von den ständigen, grausamen Peitschenhieben ganz abgesehen. Das sind Bilder, die mich erschaudern lassen, weil sie zeigen, wie abartig der Mensch war, ist, sein wird.

Gleichwohl: Es lohnt sich, einen Blick in „12 Years a Slave“ zu werfen. Der oscarprämierte Film dreht sich um einen freien Afro-Amerikaner, der 1841 unter Drogen gesetzt und in die Sklaverei verkauft wird. Was folgt, ist ein Martyrium.

Vielleicht schaue ich den Film irgendwann mal zu Ende, irgendwann, wenn wenigstens die Sonne ins Zimmer scheint und es nicht draußen regnet und stürmt. Es gibt schließlich ein Happy End. Aber der Weg dorthin ist mehr als beschwerlich.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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