1. Oktober 2014

Heimat: “‘Ein Abend mit Nemanja Sarbajic und Tobias Talbot im Luis Leu”

DSC_0356Es ist eine alte Radierung, die Tobias Talbot und Nemanja Sarbajic zum ersten Mal gemeinsam vor eine Leinwand brachte. Zehn Jahre ist das nun her. „Die Radierung stammte aus einer Kunstsammlung“, erzählt Tobias Talbot. Bewaffnete Römer waren darauf zu sehen. Pferde setzten zum Trab an.

Tobias Talbot stellte sich auf die linke Seite der Leinwand, Nemanja Sarbajic auf die rechte. Zusammen übermalten sie das Werk. Unter anderem mit blauen, roten und grünen Tönen. Ein Monster kam dazu, Berechnungen prangern nun an einer Hauswand, von den stolzen Vierbeinern blieben Schemen. Zwei Ausführungen sind von dieser einzigen gemeinsamen Arbeit der Karlsruher entstanden. „Eine kaufte sich der Sammler zurück“, sagt Nemanja Sabajic.

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Die zweite Ausführung ist nun ab Donnerstag, 2. Oktober, bei der Ausstellung „To catch a predator“ im Projektraum Luis Leu zu sehen. Etwa 45 weitere Werke von Nemanja Sabajic und Tobias Talbot werden außerdem in den drei Räumen in der Luisenstraße 32 gezeigt. Limitierte Druck-Editionen gibt es vor Ort zu kaufen. Die Vernissage beginnt um 19 Uhr. Eine Afterparty ist im Club „Erdbeermund“, Finissage am Freitag, 10. Oktober. Boris Berber und Therese Keßler, die den Projektraum zusammen betreiben, laden am Sonntag, 5. Oktober, ab 14 Uhr zu einem Artistbrunch. Der italienische Koch Luca Christini zaubert dann experimentelle Speisen.

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Begegnet sind sich Nemanja Sabajic und Tobias Talbot zum ersten Mal im Schulbus – irgendwo zwischen Busenbach und Langensteinbach. Die Leidenschaft zur Kunst verband sie früh. Inspiration und Arbeitsraum fanden sie in der Alten Apotheke in Langensteinbach: ein Treffpunkt für junge bildende Künstler, Musiker und Filmemacher. Ein Studium an der Kunstakademie schlossen beide erfolgreich ab, arbeiten nun in ihrem rund 800 Quadratmeter großen Atelier im Rheinhafen zusammen, gehören zu dem Künstlerkollektiv „Nordbecken“.

Ein Tipi-Hai (Talbotypie)

Ein Tipi-Hai (Talbotypie)

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Ein Raubtier fangen: „Den Titel der Ausstellung wählten wir deshalb, weil es auch bis zum fertigen Werk viele Fallen gibt“, sagt Nemanja Sabajic. Geduld und Ausdauer sind notwendig. „Vieles passiert beim Malen unbewusst – es ist am Anfang kaum abschätzbar, was am Ende zu sehen sein wird.“ Verdrängte Emotionen kommen zum Vorschein, lassen den Prozess kaum steuern. „Das macht es aber auch so spannend“, betont Tobias Talbot.

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Öffnungszeiten sind bei Luis Leu von 6. bis 9. Oktober von 19 bis 21 Uhr sowie auf Anfrage.

Weitere Infos zu den Künstlern unter www.nordbecken.de

Kontakt zu Luis Leu: luis_leu@hotmail.com

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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