21. Oktober 2014

Schmöker: “Not that kind of girl” von Lena Dunham

Lebenstipps von Lena Dunhams Mutter

Lena Dunham hat eine weise Mutter. Deshalb hat sie in ihrem Buch “Not that kind of girl” 15 Lebenstipps ihrer Mum aufgeschrieben. Sie sind im Grunde zwar banal, aber brachten mich beim Lesen doch nochmals ins Nachdenken. Beispiele:

Tipp 4: Wenn dir jemand nicht geheuer ist, halte dich nicht mit Umgangsformen auf, such einfach das Weite.

Tipp 5: Wenn jemand sagt: „Ich werde dir nicht weh tun“ oder „Ich habe nichts Böses im Sinn“, hat er wahrscheinlich genau das vor. Menschen mit gutem Gewissen haben keinen Grund, so etwas zu sagen.

Tipp 11: Respekt ist etwas, das du nicht durch Einschüchterung und intellektuelles Mobbing erreicht. Du verschaffst dir Respekt, indem du ein Leben lang andere Menschen so behandelst, wie du behandelt werden möchtest und dich auf deine Aufgaben konzentrierst.

“Girls” – eine Serie mitten aus dem Leben

Lena Dunham ist mir sehr ans Herz gewachsen, weil sie mit „Girls“ eine wunderbare Serie geschaffen hat. Ich mag Hannah mit ihrem Männer-Chaos, ihren Herausforderungen mit langjährigen Freundinnen und ihrer Liebe zum Schreiben so sehr. Es schien, als ob es endlich eine moderne Frau gibt, die überaus erfolgreich ist – ohne perfekt zu sein. Die zugibt, von Ängsten gepeinigt zu sein und zu wissen, wie es ist, sich ständig Sorgen zu machen. Und die außerdem damit klar kommen muss, dass ihr Aussehen nicht den konventionellen Idealen entspricht. All das aber kein Hindernis für ein glückliches Leben ist – wenn man nur an sich glaubt und kämpft.

Drogen und Diäten

Was sie nun aber mit „Not that kind of girl“ abliefert, ist leider auf vielen Seiten einfach nur überdrehter Mist. Seitenlange Angaben, was sie während ihrer Diät gegessen und was wie viele Kalorien hat. Auch dass sie ständig irgendwelche Beruhigungstabletten in Kombination mit Alkohol sowie Koks nahm. Nein, solche Geständnisse hatte ich nicht erwartet. Auch wie sie ihre eigene Vergewaltigung beschreibt, nimmt der Dramatik ihren Ernst. Viele ihrer Geschichten und Anekdoten zieht sie selbst ins Lächerliche. Das ist völlig bescheuert. 

Keine Vollkatatstrophe

Glücklicherweise gibt es wenigstens ein paar Lichtblitze. Beispielsweise ihre Ausführungen, warum sich ausgerechnet Mädels mit netten Vätern Typen aussuchen, die scheiße zu ihnen sind, fand ich spannend. Und ihre klaren Worte, dass sich keine Frau von einem Mann schlecht behandeln lassen darf, sind ebenfalls sehr lesenswert. Deshalb ist „Not that kind of girl“ keine komplette Vollkatastrophe. Meine Erwartungen waren wohl einfach zu hoch.

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2 thoughts on “Schmöker: “Not that kind of girl” von Lena Dunham

  1. Evy Heart sagt:

    Ich denke, dass solche Leute sich gern vor sich selbst verstecken, wenn sie versuchen, etwas mit Humor zu kompensieren. Vlt. hätten sie lieber nur das schreiben sollen, was sie auch wirklcih wollen…

  2. Cheshire Cat sagt:

    Ich habe bis jetzt gezögert das Buch zu kaufen, weil ich schon viele Berichte gelesen habe, dass die Erwartungen einfach zu hoch sind. Schade… aber womöglich wird es jetzt einfach nur in meiner Leseliste weiter runterrutschen, denn schon die Tipps, die du hier aufführst gefallen mir wirklich sehr gut!

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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