2. November 2014

Flimmerkasten: “Le passé – Das Vergangene”

Es ist ein sehr leiser Film, doch so voller Spannung, Emotion und wundervoller Schauspieler. Der Iraner Asghar Farhadi hat mit „Le Passé – Das Vergangene“ ein kleines Meisterwerk geschaffen.

Jedes Detail stimmt
Bereits sein Beziehungsdrama „Nader und Simin“ hat mich nachhaltig berührt. Mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film wurde Asgar Farhadi dafür belohnt. Als ich sah, dass er einen neuen Film hat, war meine Neugierde deshalb sehr groß. Ich bin erneut begeistert. Die Bilder, die Geschichte, der Ton: Auch in „Le Passé – Das Vergangene“ stimmt wieder jedes Detail.

Eine Rückkehr nach vier Jahren
Der Iraner Ahmad steht ganz zu Beginn des Films am Pariser Flughafen. Seine Frau Marie holt ihn dort ab. Seit ihrer Trennung vor vier Jahren, haben sie sich nicht mehr gesehen. Ahmad kehrt zurück, weil der Scheidungstermin nun ansteht.

Maries Leben ist ein Durcheinander. Zwei Töchter hat sie aus einer früheren Beziehung: Lucie und Léa. Mit ihnen und ihrem neuen Mann Samir sowie dessen Sohn Fuad lebt sie nun in einem Haus zusammen. Die Situation ist kompliziert. Auch Samir ist noch verheiratet. Seine Frau liegt jedoch nach einem Selbstmordversuch im Koma. Die Kinder sind überfordert, Fuad tobt, ist aufmüpfig, Lucie kommt nicht mehr nach Hause. Ahmad schafft es, zu beiden Vertrauen zu gewinnen.

Die Macht der Vergangenheit
In „Le Passé“ wird deutlich, wie sehr das Vergangene die Gegenwart beeinflusst. Regisseur Asghar Farhadi zeigt, wie komplex Beziehungen sein können. Und wie sehr unausgesprochene Dinge belasten.

Das Besondere an der Geschichte ist, dass erst nach und nach immer wieder neue Details über die Vergangenheit ans Licht kommen. Dadurch verändert sich ständig der Ist-Zustand. Wer hat Schuld, wer Moral? Das ist hochspannend und zieht einen mit. 130 Minuten lang ist der Film – da die Handlung aber nicht vorhersehbar ist, taucht keine einzige Länge auf. Im Gegenteil: Als der Abspann lief, war ich fast ein wenig traurig, dass es schon vorbei ist. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Film von Asghar Farhadi.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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