25. November 2014

Flimmerkasten: “Einer nach dem anderen”

Blutbad im weißen Schnee
Er packt die Leichen in Hühnerdraht und schmeißt sie den Wasserfall hinunter – eine nach der anderen. Nils schwört Rache, nachdem Ganoven von der Mafia seinen Sohn töteten. Er beginnt die Verantwortlichen zu eliminieren, arbeitet sich dabei vom Handlanger zum Boss hoch. Mal erwürgt er sie, mal erschießt er sie. Rot vs. Weiß: Blut fließt reichlich in der schneebedeckten Landschaft Norwegens. „Einer nach dem anderen“ ist eine bitterböse skandinavische Komödie, die voll subtilem und groteskem Humor ist. Ganz im Stil von „Adams Äpfel“.

Vom vorbildlichen Bürger zum Massenmörder
Die Leichen in dem Film von Hans Petter Moland zu zählen, wäre eine große Herausforderung. Die Männer sterben wie die Eintagsfliegen. Groß ist schließlich die Wut von Nils, dem einst so friedlichen norwegischen Bürger, der mit seinem Schneepflug die hügelige Landschaft Norwegens hoch und runter kurvte, die Straßen von der weißen Pracht befreite. Irgendwann stoßen dann noch serbische Banditen hinzu, oder waren es Albaner? Mit ihnen weitet sich das Gemetzel aus.

Fruit Loops zum Frühstück
Es sind aber nicht die vielen unschönen Leichen, die „Einer nach dem anderen“ zu einem sehenswerten Film machen. Vielmehr sind es die völlig schrägen Szenen. Beispielsweise wie der verschnobte Mafiaboss Greven und seine Ex-Frau über die Ernährung ihres gemeinsamen Sohnes streiten. Isst er nun die Fruit Loops von Kellogs oder nicht? Oder wie die Ganoven in ihren grauen Anzügen in Reihe Karottensaft trinken. Das Beste ist aber wohl die Schlussszene: Sie hat zu tun mit einem Fallschirmspringer und dem Schneepflug – und ließ meine Kinobegleitung noch Stunden später lachen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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