22. Dezember 2014

Flimmerkasten: “Das Salz der Erde”

Ein Film, der sprachlos macht
Völlig ausgemergelt liegen sie da, alles Leben ist aus ihnen gewichen. Nur noch Haut und Knochen sind übrig. Die Schwarzweiß-Fotografien von Sebastiao Salgado über das menschliche Leid in Afrika bewegen, verstören, rufen tiefstes Mitgefühl aus. Wim Wenders zeigt in „Das Salz der Erde“ das Lebenswerk und die Arbeiten des Brasilianers. Ein Film, so voller Wucht, dass ich mit permanenter Gänsehaut im Kino saß. Noch nie hat mich etwas auf der Leinwand so sprachlos gemacht.

Bilder des Elends
Vom Wirtschaftswissenschaftler zum Sozial-Fotograf: Wim Wenders zeigt in den zwei Stunden ein facettenreiches Bild von Sebastiao Salgado. Zu Wort kommt auch dessen Sohn Juliano, der mit dem deutschen Regisseur den Film produzierte. Es ist ein sehr persönlicher Einblick. Statt Zuhause bei seiner Familie zu sein, reist der Brasilianer oft monatelang am Stück durch die Welt, um Missstände zu fotografieren – die Öffentlichkeit damit wachzurütteln. Es sind Bilder des Elends, jedoch voller Ästhetik. So schaute ich hin- und nicht weg.

Grausame Bilder aus Ruanda
Unterschiedliche Themenbereiche deckt der Brasilianer ab: „Workers“, „Migration“ und „Sahel“. Es sind besonders die schlimmen Zustände in Afrika, die ihn den Glauben an die Menschheit verlieren lassen. Vor allem der Völkermord in Ruanda deprimiert ihn zutiefst. In den 1990er-Jahren beschließt der heute 70-Jährige deshalb, die Kamera wegzulegen. Erst als es seiner Frau gelingt, die Farm seines Großvaters wiederaufzuforsten, schöpft er neue Hoffnung. Mehr als zwei Millionen Bäume stehen heute dort. Sebastiao Salgado startet daraufin mit seinem Sohn das Projekt „Genesis“, zeigt unglaubliche Naturphänomene und indigene Volksstämme.

Liebe und Barbarei
Das Salz der Erde sind die Menschen, erläutert Wim Wenders gleich zu Beginn. Sie fängt Sebastiao Salgado in seinem Film auf unterschiedlichste Weise ein. Zeigt beispielsweise das innige und liebevolle Verhältnis zwischen Müttern und ihren Kindern. Aber auch, welch Bestie der Mensch sein kann. Der Dokumentarfilm lässt mich nicht mehr los. Mein Blick auf die Welt hat sich verändert – dank der beeindruckenden Bilder von Sebastiao Salgado.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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