26. Januar 2015

Schmöker: “Der Koch” von Martin Suter

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Erotik und Krimi

Er zaubert Love-Food, das alle Hemmungen verschwinden lässt: Der tamilische Koch Maravan bietet mit der attraktiven Kellnerin Andrea ein Catering der besonderen Art an. Er kocht spezielle aphrodisierende Menüs zuerst nur für zerstrittene Paare, dann für zwielichtige Politiker und Männer aus der Wirtschaft. Das geht nur eine Weile gut, moralische Fragen kommen auf.

Gut für triste Sonntage
„Der Koch“ von Martin Suter ist eine Mischung aus erotischem Roman (ohne Schlüpfrigkeiten) und ein wenig Kriminalgeschichte. Die erste Hälfte las ich rasend schnell, die zweite zog sich dagegen sehr. Auch das Ende kommt ohne großen Knall aus. Fazit: ein solides Buch für triste Sonntage.

Ein Herz für Maravan
Protagonist Maravan wächst einem unwahrscheinlich schnell ans Herz. Der Asylbewerber ist zunächst in einem schweizerischen Nobelrestaurant als Aushilfe in der Küche völlig unterfordert. Nach einer Nacht mit der Kellnerin Andrea wird er entlassen und baut sich mit ihr einen Catering-Service mit Love-Food auf. Geld braucht er dringend für seine Familie in Sri Lanka, die unter dem Bürgerkrieg dort leidet. Doch nach und nach gerät der gläubige Maravan in Gewissenskonflikte. Kocht er ausgerechnet für die Männer, die Waffen in sein Heimatland schicken.

Die Würze fehlt
Martin Suter schafft es ohne viele Schnörkel den Leser schnell in den Roman zu ziehen. Seine Beschreibungen sind nicht zu aufgeladen, aber dennoch so detailreich, dass es ohne Mühe gelingt, sich in die Welt der Gerüche und Gewürze hineinzuversetzen. Besonders ist außerdem, dass am Ende der Geschichte alle Rezepte des Love-Menüs aufgelistet sind – Kochen für Fortgeschrittene. Auch der Einblick in das Leben eines tamilischen Asylbewerbers ist interessant. Dazu kommt noch der Waffenhandel und die Geschichte um die homosexuelle Andrea. Das ist alles ganz nett, verliert aber irgendwann an Fahrt und wird fad.

Genug von Martin Suter
Mit „Der Koch“ sind zweifellos einige kurzweilige Stunden möglich. Die Verfilmung mit Jessica Schwarz werde ich mir auf DVD auch anschauen. Von Martin Suter habe ich nach „Lila, Lila“, „Der Teufel von Mailand“, „Die dunkle Seite des Mondes“, „Small World“ und den zahlreichen Kurzgeschichten aus der Wirtschafts-Welt aber erstmal genug gelesen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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