27. April 2015

Schmöker: “Nichts. Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller

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136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen

Am ersten Schultag nach den Sommerferien steht Pierre Anthon von seinem Stuhl auf und verlässt das Klassenzimmer mit den Worten: „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“. In einem Zwetschgenbaum macht er es sich von nun an gemütlich, das restliche Leben verweigert er. Seine Mitschüler reagieren geschockt. Ist das Leben tatsächlich ohne Bedeutung und sinnlos? Sie sind verunsichert und wollen Pierre Anthon vom Gegenteil überzeugen. Es ist der Beginn eines Experiments, das völlig aus den Fugen gerät. Der Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller ist explosiv und nachhaltig beeindruckend. 136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen.

Das Ende lässt Fragen offen

Das Jugendbuch der dänischen Autorin erschien im Jahr 2000, löste einen Skandal aus und polarisierte. Während es an manchen Schulen zum Unterrichtsstoff wurde, steht es an anderen Einrichtungen auf der roten Liste. Es ist auch harter Stoff, was Janne Teller dem Leser präsentiert. Um Pierre Anthon zu überzeugen, dass das Leben sinnvoll ist, beginnen die Siebtklässler einen Berg an Bedeutung in einem stillgelegten Sägewerk anzuhäufen. Bücher, Sandalen, eine Gitarre – was harmlos beginnt, steigert sich schnell in makabre Dimensionen. Irgendwann fiel es mir schwer, die einzelnen Opfertaten zu lesen. Das Ende lässt viele Fragen offen – was gut ist. So bleibt Spielraum, um sich selbst Gedanken zu machen.

Ein Experiment, das völlig aus den Fugen gerät

Ich las das Buch rasend schnell. Die Sprache ist unglaublich präzise und klar. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 13-jährigen Agnes. Da sich das Geschehen von Seite zu Seite steigert, entwickelt sich eine enorme Spannung. Wo führt das hin, was wird passieren? Ich befürchtete Schlimmes, aber selbst das wurde noch übertroffen. „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ ist ein sehr eindringliches Buch, das lange nachwirkt.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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