18. Mai 2015

Schmöker: “Die Analphabetin, die rechnen konnte” von Jonas Jonasson

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Böden schrubben im Kernkraftwerk

Das Schicksal meint es nicht gut mit Nombeko: Im elendigsten Slum in Südafrika wächst sie auf. Bereits als junges Mädchen arbeitet sie als Latrinenträgerin und muss Fäkalien durch die Gegend tragen. Damit nicht genug: Ein betrunkener Ingenieur fährt sie dann mit dem Auto halbtot. Und statt Schmerzensgeld zu bekommen, landet das blitzgescheite Mädchen in einem Kernkraftwerk. Ihre ehrenvolle Aufgabe: Böden schrubben.

Ein Ende mit Wehmut

Puuuh. In Jonas Jonassons jüngstem Werk „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist bereits im ersten Viertel ganz schön viel los. Was in seinem Vorgänger „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ noch Charme und Witz hatte, zieht sich hier trotz des Trubels zäh in die Länge. Konsequenz nach fünf Monaten: Ich brach bei der Hälfte ab. Mit Wehmut. Hatte ich mich doch sehr auf den Roman gefreut.

Stets bemüht

Das Problem ist vor allem der Plot. Es passieren zig skurrile Kleinigkeiten, aber das große Ganze zündet nicht. Da gibt es keine Spannung – trotz Atombombe, die die Protagonistin durch Schweden kutschiert. Auch die Charaktere sind nett angelegt, aber überzeugen im Gesamten weniger. Jonas Jonasson hat sich bestimmt bemüht bei diesem Werk. Die Sprache ist wieder sehr angenehm, die Anekdoten klug. Aber letztlich ist daraus nur eine schlechte Kopie seines großen Erfolgs geworden. Schade.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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