9. August 2015

Fernweh: “Ein Besuch in der Fondation Beyeler in Basel”

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The Painter © Marlene Dumas Foto: Peter Cox, © 2015, ProLitteris, Zürich

Marlene Dumas: The Image as Burden

Sie wirkt verletzlich, aggressiv, schuldig und unschuldig zugleich: “Die Malerin” (The Painter) von Marlene Dumas ist ein kleines nacktes Mädchen. Trotzig sieht ihr Gesichtsausdruck aus, ihr Körper ist bemalt, die Handgelenke in Farbe getaucht. Grenzen verschwimmen – zwischen Painter und Painting.

“The Painter” ist bereits am Anfang der Marlene Dumas Ausstellung “The Image as Burden” in der Fondation Beyeler in Basel zu sehen. Das Modell ist keine reine Fiktion: Die Künstlerin hat darauf 1994 ihre kleine Tochter Helena festgehalten. Es ist eine Momentaufnahme, die über Nacht entstand. Fesselnd und eindrucksvoll. Anlässlich der Bloggerreise Karlsruhe-Basel hatte ich die Möglichkeit, einen genaueren Blick auf die ganze Ausstellung zu werfen – und bin sehr angetan. “The Image as Burden” läuft noch bis zum 6. September. 

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Nuclear Family © Marlene Dumas Foto: Robert Bayer, Basel

 

Liebe, Sexualität, Tod

Marlene Dumas ist 1953 in Südafrika geboren. Sie zählt zu den einflussreichsten Malerpersönlichkeiten unserer Zeit. 1976 verließ sie Südafrika und zog in die Niederlande. Dort lebt sie heute noch. Im Zentrum ihres Schaffens steht die menschliche Figur, in all ihren Facetten und gesellschaftlichen Prägungen. Apartheid, Terrorismus und Prostitution – Marlene Dumas zeigt auf beeindruckende und oft auch verstörende Weise das Leben in seiner Vielfalt. In Basel ist ein grober chronologischen Ablauf ihres Schaffens von Mitte der 1970er bis heute zu sehen.

 

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Helena’s Dream © Marlene Dumas Foto: Peter Cox, © 2015, ProLitteris, Zürich

 

Verbindung von Öffentlichkeit und Privatem

Konzeptuelle, graphische und collageartige Arbeiten: Marlene Dumas arbeitet mit ganz unterschiedlichen Techniken. Sprache spielt eine bedeutende Rolle sowie die unterschiedlichen Bedeutungsebenen. So hat sie beispielweise eine Serie nur mit Köpfen von dunkelhäutigen Menschen geschaffen. Oder auch eine Bildergruppe überlebensgroßer Frauenfiguren, die verschiedene Typen als Vorlage haben – unter anderem das Supermodel Naomi Campbell oder Maria Magdalena. Auch Tochter Helena taucht öfters in ihren Werken auf, unter anderem in “Helena’s Dream”.

Direkt, herausfordernd, aber zuweilen auch mit Humor erfasst Marlene Dumas den Menschen. Schrecken wechselt sich mit Schönheit ab. Die Künstlerin arbeitet dabei mit einer abwechslungsreichen Palette an Farben und Kontrasten. “The Image as Burden” wirkt noch lange nach.

Öffnungszeiten: 
täglich 10-18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr

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For Whom The Bell Tolls © Marlene Dumas Foto: Peter Cox, © 2015, ProLitteris, Zürich

 

2 thoughts on “Fernweh: “Ein Besuch in der Fondation Beyeler in Basel”

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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